Finanzkrise Swiss Re rutscht in die roten Zahlen

Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re hat das dritte Quartal unerwartet mit einem Verlust abgeschlossen und stoppt sein Aktienrückkaufprogramm. Nicht nur die Wirbelstürme "Ike" und "Gustav", sondern auch das Kreditversicherungsportfolio hinterließen Schäden in der Bilanz.

Zürich - Die Nummer zwei der Branche hinter der Münchener Rück schrieb weitere 289 Millionen Franken auf ein strukturiertes Kreditversicherungsportfolio (Credit Default Swap, CDS) ab. Außerdem sind die Schäden durch die Wirbelstürme "Gustav" und "Ike", die im September über die Karibik und den Süden der USA gefegt waren, mit rund 365 Millionen Dollar höher als angenommen.

Dazu kamen Verluste auf Kapitalanlagen von 572 Millionen Franken wegen der Turbulenzen auf den Kapitalmärkten. Die Aktie der Swiss Re tendierte am Dienstag Vormittag sehr schwach.

Die verdienten Prämien fielen um 16 Prozent auf 6,53 Milliarden Franken. Swiss Reinsurance  hat im Zuge des Einstiegs des US-Investors Warren Buffett im Januar einen Teil des Geschäfts an eine Buffett-Gesellschaft übertragen. Im Sach- und Unfallversicherungsgeschäft verschlechterte sich die Rentabilität: Der Schadenkostensatz erhöhte sich auf 99,8 von 82,5 Prozent im dritten Quartal 2007.

Swiss Re bestätigte seine Ertragsziele und strebt langfristig weiterhin eine Eigenkapitalrendite von 14 Prozent und zehn Prozent Gewinnwachstum je Aktie an.

Ob die Aktienrückkäufe wieder aufgenommen werden, hängt nach den Worten von Finanzchef George Quinn einerseits davon ab, ob sich die Finanzmärkte stabilisieren. Andererseits braucht Swiss Re das Geld vielleicht fürs Geschäft, weil die Nahfrage nach Rückversicherungen anzieht und auch die Prämien wieder steigen, sagte Quinn in einer Telefonkonferenz.

Die Dividendenpolitik bleibt unverändert, sagte der Finanzchef weiter. In den ersten neun Monaten erzielte der Konzern 884 Millionen Franken Gewinn.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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