HSH Staat soll mit 30 Milliarden Euro bürgen

Als zweite Landesbank greift die angeschlagene HSH Nordbank nach dem staatlichen Rettungsschirm. Der soll mit 30 Milliarden Euro die Geschäfte der verlustträchtigen Bank garantieren und so den Interbankenhandel wieder in Schwung bringen.

Kiel - Die angeschlagene HSH Nordbank beantragt Staatsbürgschaften von bis zu 30 Milliarden Euro. Das teilte der Chef der gemeinsamen Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein, Hans Berger, am Montag nach einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates in Kiel mit. Ein Teil der Garantiesumme diene der Unterstützung der Geschäfte, der andere solle als Puffer genutzt werden, um für weitere Turbulenzen auf den Finanzmärkten gerüstet zu sein.

Die Bundesregierung habe mit ihrem Hilfspaket einen "überaus wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Finanzmarktes" geliefert, erklärte die HSH Nordbank. Jetzt liege es an den Banken selbst, zum Erfolg der Maßnahmen beizutragen und das Angebot zu nutzen.

Die Nordbank will mit der Inanspruchnahme des staatlichen Garantiefonds vor allem den Interbankenhandel ankurbeln. Dieser sei derzeit nicht sehr lebendig und müsse dringend wieder belebt werden, sagte Berger. Dies diene nicht nur der Bank, sondern auch ihren Kunden.

Berger kündigte außerdem an, dass die Bank nach vorläufigen Zahlen im Zuge der Finanzkrise Abschreibungen von 1,3 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten dieses Jahres vornehmen musste. Insgesamt sei ein Verlust von 360 Millionen Euro angefallen. Darin sind nach Angaben der Bank unter anderem Brutto-Abschreibungen in Höhe von 720 Millionen Euro enthalten, die die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers  berücksichtigten. An der Bank sind die Länder Hamburg mit rund 30 Prozent) und Schleswig-Holstein mit rund 29 Prozent) beteiligt.

Berger gab weiterhin keine Ergebnisprognose für 2008. Wegen der anhaltenden Marktturbulenzen seien weitere Wertberichtigungen nicht auszuschließen, sagte der Bankchef.

Die Nordbank hat trotz der aktuellen Probleme im Zuge der Finanzmarktkrise keinen Bedarf, sich mit einer anderen Landesbank zusammenzuschließen. Das Thema stehe "im Moment nicht auf der Agenda", sagte Berger.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters, dow jones und afp

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