HBOS/Lloyds TSB Krise belastet Fusionspläne

Abschreibungen in Milliardenhöhe erschweren die geplante Fusion der britischen Banken HBOS und Lloyds TSB. Außer faulen Krediten belasten die gesunkenen Immobilienpreise Lloyds inzwischen direkt. Auch ist von einem Gegenangebot die Rede, das die Verschmelzung behindern könnte.

London - Die britischen Großbanken HBOS  und Llodys TSB müssen bei ihren Fusionsplänen größere Belastungen aus der Finanzkrise einkalkulieren. HBOS erhöhte am Montag seine Abschreibungen auf faule Kredite und riskante Spekulationsgeschäfte in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf 5,2 Milliarden Pfund (6,6 Milliarden Euro). Allein im dritten Quartal schrieb der größte britische Baufinanzierer 2,7 Milliarden Pfund (3,4 Milliarden Euro) ab.

Lloyds hat in den ersten neun Monaten einen massiven Gewinnrückgang verzeichnet. Die Folgen der Marktverwerfungen und höhere Abschreibungen auf Firmenkredite hätten zu einem erheblich geringeren Vorsteuer-Gewinn geführt, teilte das Institut mit, ohne jedoch genaue Zahlen zu nennen.

Im zweiten Halbjahr rechnet das Geldhaus mit zusätzlichen Abschreibungen auf faule Kredite und wegen der gesunkenen Immobilienpreise über 520 Millionen Pfund (rund 660 Millionen Euro). Insgesamt sei das Institut aber weiter auf Kurs, trotz sehr schwieriger Marktbedingungen eine gute Handelsbilanz im Gesamtjahr vorzulegen, erklärte Lloyds-Chef Eric Daniels. Beide Banken bekräftigten die Absicht, ihren Zusammenschluss im Januar abzuschließen.

Die Halifax Bank of Scotland (HBOS) hatte im Zuge der Finanzkrise im September Zuflucht bei Lloyds gesucht. Lloyds - die fünftgrößte britische Bank - will für den Branchensechsten umgerechnet rund 15 Milliarden Euro auf den Tisch legen.

Einem Zeitungsbericht zufolge könnten die Pläne aber noch durchkreuzt werden. Der "Sunday Times" zufolge erwägt der HBOS-Manager Jim Spowart gemeinsam mit einer ausländischen Bank ein Gegenangebot. Beide Banken haben aus dem staatlichen Rettungspaket Finanzspritzen von insgesamt gut 21 Milliarden Euro erhalten.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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