Krisenticker Dow schließt kaum verändert

An der Wall Street halten sich die Anleger zurück. Einen Tag vor der Wahl will sich niemand die Finger verbrennen: Die Indizes schließen kaum verändert. Banken in den USA ziehen derweil die Zügel bei der Kreditvergabe an. Die Autobauer bekommen das zu spüren. Ihr Absatz ist im Oktober drastisch eingebrochen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.11 Uhr: Die US-Börsen haben am Montag uneinheitlich geschlossen. Während der Dow Jones mit leicht negativer Tendenz letztlich kaum verändert aus dem Handel ging, schloss der Technologie-Index Nasdaq Composite gut behauptet. Am Tag vor der US-Präsidentschaftswahl verhielten sich die Anleger vorsichtig. Zudem stünden im weiteren Wochenverlauf noch einige Geschäftsberichte von Konzernen sowie zahlreiche Konjunkturdaten an, begründeten Händler die Zurückhaltung der Investoren. Darüberhinaus hätten die enttäuschenden Absatzzahlen der großen Autobauer die Stimmung belastet.

Der Leitindex Dow Jones fiel um 0,06 Prozent auf 9319 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index sank um 0,25 Prozent auf 966 Zähler. Der Nasdaq Composite  stieg um 0,31 Prozent auf 1334 Punkte.

21.30 Uhr: Wegen der Finanzkrise und der Konjunkturschwäche haben die meisten ausländischen und US-Banken in den vergangenen drei Monaten ihre Zügel bei der Kreditvergabe weiter angezogen. Auch die Bedingungen für eine erstklassige Immobilienhypothek oder ein Kreditkartenkonto seien weiter verschärft worden, heißt es im jüngsten Drei-Monats-Bericht der US-Notenbank Fed. Demnach haben auch 85 Prozent der einheimischen Banken ihre Latte für Kredite an große und mittelständische Firmen höher gelegt, 95 Prozent verlangen einen höheren Preis dafür.

20.34 Uhr: Der Handelsmonat Oktober hatte es in sich - und die Deutsche Börse AG profitierte davon: Auf dem elektronischen Handelssystem Xetra wurden im vergangenen Monat mit 255,1 Milliarden Euro 25 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahresmonat, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Zahl der Geschäfte stieg um 89 Prozent auf 30,2 Millionen. Die Zahl der Kontrakte an der Terminbörse Eurex kletterte um 55 Prozent auf 222,6 Millionen. Die Eurex gehört je zur Hälfte der Deutschen Börse und der Schweizer Börse SWX. Die Erlöse fließen zu 85 Prozent den Frankfurtern zu.

20.25 Uhr: Mit der angeschlagenen WestLB will eine weitere Landesbank das Rettungspaket des Bundes nutzen. Der Aufsichtsrat habe den Vorstand beauftragt, entsprechende Gespräche mit dem Rettungsfonds (SoFFin) aufzunehmen, teilte die Bank nach einer Sitzung des Gremiums am Montag mit. Sie ließ aber offen, in welcher Höhe neue öffentliche Garantien in Anspruch genommen werden sollen. Die Eigner der WestLB hatten unter Führung des Landes Nordrhein-Westfalen bereits zur Jahresbeginn das Institut mit Garantien von fünf Milliarden Euro stabilisiert.

Zuvor hatten bereits die tief in die Finanzkrise verstrickte BayernLB, die HSH Nordbank, die Commerzbank sowie die knapp der Insolvenz entkommene Hypo Real Estate angekündigt, Staatshilfen in Anspruch zu nehmen.

19.40 Uhr: An der New Yorker Börse halten sich die Investoren vor der US-Präsidentschaftswahl am Dienstag zurück. Der Dow Jones notiert mit 0,1 Prozent leicht im Plus bei 9332 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index fällt um 0,16 Prozent auf 967 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq, der Nasdaq Composite gewinnt rund ein halbes Prozent auf 1731 Punkte.

19 Uhr: Der US-Finanzinvestor Kohlberg, Kravis and Roberts (KKR) hat seinen Börsengang auf 2009 verschoben. Grund dafür sei der jüngste Absturz seines Nettovermögenswertes um 22,6 Prozent in Folge der internationalen Finanzkrise, teilte KKR am Montag mit. Mit einem Umfang von etwa 15 Milliarden Dollar sollte der Börsengang einer der größten weltweit im diesem Jahr werden. Weltweit ist KKR auch einer der größten Finanzinvestoren.

18.30 Uhr: Deutsche Autobauer erleiden im Oktober in den USA einen starken Absatzeinbruch. Daimler  verkauft 24,5 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat. Bei Porsche  bricht der Absatz gar um 50 Prozent ein. Volkswagens  Absatz sinkt um 7,9 Prozent, der von BMW im Monat Oktober um 5 Prozent. Audi  dagegen konnte seinen Absatz leicht ausbauen und verkaufte 0,3 Prozent mehr Autos als vor einem Jahr.

17.48 Uhr: Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wird Deutschland die Folgen der Finanzkrise 2009 voll zu spüren bekommen. "Wir stehen vor einem schwierigen und problematischen Jahr", sagte Steinbrück am Montag vor einem Treffen der Finanzminister der Eurozone. Er teile die Einschätzung der EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde rechnet in 2009 mit einem wirtschaftlichen Stillstand in Deutschland und in der EU.

17.35 Uhr: "Nachdem die Gewichtung der VW-Aktien im Dax auf 10 Prozent heruntergesetzt wurde und die Papiere bei weiteren Schwankungen sogar aus dem Dax fliegen könnten, ist erst mal Ruhe eingekehrt", sagte ein Händler. Der Dax schloss am Montag wieder über der Marke von 5000 Punkten und legte 0,8 Prozent auf 5026 Zähler zu. VW-Aktien fielen um 21,3 Prozent auf 393 Euro.

16.50 Uhr: Die polnische Regierung will den von der EU- Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes vorgelegten Plan zur Rettung der polnischen Werften annehmen. "Wir akzeptieren das Prinzip des Vorschlags von Neelie Kroes zur Rettung der Werftindustrie", sagte der stellvertretende Schatzminister Polens, Zdzislaw Gawlik, nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP am Montag. Kroes will die gefährdeten polnischen Werften in Gdynia (Gdingen) und Stettin (Szczecin) nach Vorbild der griechischen Fluglinien Olympic Airways durch Abwicklung retten.

Finanzkrise - Österreich verstaatlicht erstmals eine Bank

16.13 Uhr: Die US-Industrie ist im Oktober weiter kräftig geschrumpft. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager fiel auf 38,9 von 43,5 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit 1982. Experten hatten dagegen im Schnitt mit einem Rückgang auf lediglich 41,5 Punkte gerechnet. Die Bauausgaben in den USA sind dagegen im September schwächer als erwartet gesunken. Die Ausgaben seien zum Vormonat um 0,3 Prozent zurückgegangen, teilte das US-Handelsministerium in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem Minus von 0,8 Prozent gerechnet.

15.56 Uhr: Österreich verstaatlicht erstmals eine durch die Finanzkrise in akute Bedrängnis geratene Bank und rettet sie damit vor dem Zusammenbruch. Der Staat übernahm am Montag für symbolische zwei Euro 99,8 Prozent an Österreichs achtgrößter Bank Kommunalkredit, die ausschließlich zur Gemeindefinanzierung geschaffen wurde. Bisher waren 50,78 Prozent der Bank im Besitz der Österreichischen Volksbank AG (ÖVAG), 49 Prozent gehörten der französisch-belgischen Dexia. Die Verstaatlichung gaben Finanzministerium und ÖVAG in Wien bekannt.

15.49 Uhr: Die Börse in New York ist mit leichten Gewinnen in die Woche gestartet. Aufgrund der bevorstehenden US-Präsidentenwahl rechneten Händler mit einem ruhigen Handelstag. Für gute Stimmung sorgten Nachrichten vom Interbankenmarkt: Die Zinsen, zu denen sich Institute von anderen Banken Geld leihen können, sanken den 17. Tag in Folge. In den ersten Handelsminuten notierte der Dow Jones  0,5 Prozent im Plus bei 9368 Punkten.

15.19 Uhr: Die HSH Nordbank will Bürgschaften von bis zu 30 Millarden Euro aus dem Rettungspaket der Bundesregierung beantragen. Die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein habe in den ersten neun Monaten aufgrund der Finanzkrise 360 Millionen Euro Verlust gemacht, teilte die Bank in Kiel mit. Die Bank habe in den neun Monaten insgesamt 1,3 Milliarden Euro an Abschreibungen gehabt.

14.48 Uhr: Der Zulieferer Bosch schickt wegen der Absatzflaute auf den Automärkten 3500 Mitarbeiter für sechs Monate in Kurzarbeit. Betroffen sei der Standort Bamberg, sagte ein Sprecher in Stuttgart. Die übrigen 4500 Beschäftigten in Bamberg seien von der Kurzarbeit nicht betroffen und produzierten weiter Benzin-Systeme und Zündkerzen. "Wir verhandeln an weiteren Standorten mit dem Betriebsrat über Maßnahmen", sagte der Sprecher. Es sei nicht auszuschließen, dass es an weiteren Standorten zu Kurzarbeit komme.

14.42 Uhr: Der Dax  rutscht am Nachmittag zeitweise unter die Marke von 5000 Punkten. Händler verweisen auf Gewinnmitnahmen. "Zudem fehlen die Anschlusskäufe - der Handel ist relativ dünn", heißt es in Frankfurt.

14.21 Uhr: Der US-Finanzinvestor KKR hat seinen Börsengang wegen der Finanzkrise zum zweiten Mal verschoben. Die zu den weltweit größten Private-Equity-Firmen zählende Gesellschaft kämpft mit massiven Wertverlusten. In Deutschland besitzt KKR zum Beispiel die Autowerkstattkette ATU sowie mit anderen Investoren den TV-Konzern ProSiebenSat.1 und den früher zum Linde-Konzern gehörenden Gabelstapler-Hersteller Kion.

Frankreich droht Banken mit Verstaatlichung

Der bisher für dieses Jahr geplante Schritt aufs Parkett werde nun nicht vor 2009 erfolgen, teilte die Gesellschaft am Montag mit. Der Börsengang ist über einen Umweg geplant: KKR übernimmt alle außenstehenden Anteile der bereits in Amsterdam börsennotierten europäischen Fondstochter KPE. Die Papiere sollen später an der New Yorker NYSE gehandelt werden. Allein im dritten Quartal verzeichnete die Fondstochter Wertverluste von fast 650 Milliarden Dollar.

13.53 Uhr: Frankreich droht den Banken mit Verstaatlichung, die trotz staatlicher Finanzhilfen die Wirtschaft nicht ausreichend mit Krediten versorgen. Die Banken hätten die Mittel für Kreditvergaben, sagte Premierminister François Fillon in einem TV-Interview, aus dem der "Figaro" am Montag vorab zitierte. Sie müssten "jedem Unternehmen zumindest bis Ende 2009 alle bestehenden Kreditlinien verlängern". Wenn die Kreditinstitute ihre Aufgaben nicht erfüllten, könne der Staat ihnen die Hilfen entziehen und selbst einsteigen. Frankreich hat den Banken 40 Milliarden Euro Eigenkapitalhilfen und 265 Milliarden Euro Liquiditätshilfen zur Verfügung gestellt, um eine Kreditklemme für die produzierende Wirtschaft zu vermeiden.

13.22 Uhr: Bis zu 1800 Finanzunternehmen in den USA könnten einem Zeitungsbericht zufolge das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket der Regierung in Anspruch nehmen. Dies verlaute aus dem Finanzministerium und der Bankenaufsicht, berichtet das "Wall Street Journal". Die Unternehmen befürchten demnach, sie könnten im sich neu formenden Finanzsektor als Verlierer dastehen, wenn sie die Hilfen nicht annehmen.

Bislang hat die US-Regierung bereits 125 Milliarden Dollar in neun große Bankhäuser gesteckt, um sie angesichts der Finanzkrise vor einem Kollaps zu bewahren. Finanzunternehmen haben noch bis zum 14. November Zeit, Hilfen aus dem staatlichen Rettungsfonds zu beantragen.

12.49 Uhr: Wegen der anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten will Portugals Regierung der heimischen Bankenbranche unter die Arme greifen. Wie die Regierung am Sonntag mitteilte, soll die nicht börsennotierte Banco Portugues de Negocios SA (BPN) verstaatlicht werden. Außerdem plant Lissabon, der Bankenbranche vier Milliarden Euro zur Stärkung ihrer Kapitalbasis zur Verfügung zu stellen. Die Maßnahmen müssen allerdings noch von dem Parlament gebilligt werden.

Chavéz wettert gegen Banken

12.15 Uhr: Der ungarische Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany hat am Montag die Schaffung eines Stabilisierungsfonds im Umfang von 1.000 Milliarden Forint (3,87 Milliarden Euro) vorgeschlagen. "Über die Finanzkrise sind wir im wesentlichen hinweg", sagte er im Budapester Parlament. "Aber wir blicken einer sich hinziehenden Wirtschaftskrise entgegen, für die wir Vorkehrungen treffen müssen". Ungarn war von der globalen Finanzkrise besonders hart getroffen worden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Union (EU) hatten vergangene Woche einen Kreditrahmen von 20 Milliarden Euro für Ungarn angekündigt und das Land damit praktisch vor dem Bankrott gerettet

11.56 Uhr: Die Autoverkäufe in Spanien gehen weiter rasant zurück. Im Oktober sei der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent gesunken, teilte die Vereinigung der spanischen Autohersteller ANFAC am Montag mit. Damit sind die Verkäufe in Spanien den sechsten Monat in Folge stark zurückgegangen. In ganz Westeuropa werden 2008 weniger Autos verkauft als im Vorjahr, allerdings ist der Rückgang nicht so stark wie in Spanien. Das südeuropäische Land leidet unter dem jähen Ende des langjährigen Immobilienbooms. Im Sommer schrumpfte die Wirtschaft des Landes zum ersten Mal seit 15 Jahren.

11.22 Uhr: Der venezolanische Präsident Hugo Chavéz würde ohne Zögern die Banken des Landes enteignen, sollte die Finanzkrise auch die Geldinstitute in Venezuela in Schwierigkeiten bringen. Es gebe nicht den geringsten Zweifel, was er tun werde, sagte Chávez am Sonntag (Ortszeit) bei einer Rede im südöstlichen Staat Barinas: "Ich werde den Banken keinen Pfennig geben - ich werde sie enteignen." Bislang habe die Finanzkrise Venezuelas Wirtschaft aber noch nicht getroffen. Chávez nutzte die Rede zur Kritik an den Industrieländern. Er finde es "seltsam", dass die reichen Länder, die nach eigenen Angaben kein Geld zur Bekämpfung der Armut hätten, plötzlich Milliarden von Dollar für die Banken zur Verfügung hätten. Sie könnten die Produktion von Nahrung und Medizin nicht bezahlen und auch die Bildung nicht finanzieren, aber "bankrotten Bankern" helfen, kritisierte Chávez.

10.47 Uhr: Die Europäische Kommission hat angesichts der Finanzkrise ihre Wachstumsprognose für die Europäische Union und die Eurozone drastisch gesenkt. Im kommenden Jahr erwartet sie für das Euro-Gebiet nach zuvor angenommenen 1,5 nur noch 0,1 Prozent, für die gesamte EU nach 1,8 nur noch 0,2 Prozent, wie die Kommission am Montag in Brüssel berichtete. In Deutschland rechnet die EU-Kommission für das kommende Jahr mit einem Null-Wachstum. Hauptgrund sei ein erwarteter Einbruch bei den Exporten als Rückgrat der deutschen Wirtschaft, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Herbstwirtschaftsbericht der Brüsseler Behörde. Die Bundesregierung geht für 2009 von 0,2 Prozent Wachstum aus und ist damit etwas optimistischer. Großbritannien und Irland dürften laut EU-Kommission ebenfalls in eine Rezession gleiten.

10.41 Uhr: Die Finanzkrise hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz der französischen Großbank Société Générale. Im dritten Quartal fiel der Nettogewinn des Instituts um 83 Prozent auf 183 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte die Société Générale noch einen Überschuss von 1,12 Milliarden Euro verbucht. Grund für den Rückgang seien Abschreibungen wegen der Finanzturbulenzen. Die Aktie der Société Générale steht seit Wochen wegen Gerüchten unter Druck, das Institut brauche eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Wegen des Skandals um ungenehmigte Spekulationen ihres Händlers Jérôme Kerviel hatte die Bank schon im März ihr Kapital um 5,5 Milliarden Euro erhöht.

10.02 Uhr: Wegen massiver Absatzsorgen hat die deutsche Industrie ihre Produktion im Oktober so stark gedrosselt wie seit Jahren nicht mehr. "Die globale Finanzmarktkrise trifft den Sektor nun mit voller Wucht", schrieben die Forscher von Markit zu ihrer am Montag veröffentlichten Umfrage unter 500 Unternehmen. Erstmals seit drei Jahren wurden auch Stellen abgebaut. Der Markit-/BME-Einkaufsmanagerindex brach von 47,4 Punkten im September auf 42,9 Zähler ein. Er entfernte sich damit überraschend deutlich von der Schwelle von 50 Punkten, ab der ein Wachstum angezeigt wird.

EZB-Einlagen auf Rekordhoch

9.46 Uhr: Die Einlagen der Banken des Euroraums bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sind auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Über Nacht seien 279,37 (Vortag: 244,89) Milliarden Euro als Einlagen angelegt worden, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. Damit wurde der einen Tag zuvor erreichte Rekordwert übertroffen. Die Ausleihungen der Banken über die Spitzenrefianzierung erhöhten sich von 8,23 auf 11,23 Milliarden Euro.

Der Umfang der Einlagen verdeutlicht die nach wie vor bestehenden Spannungen an den Geldmärkten. Generell meiden die Banken die Möglichkeit, direkt bei der EZB über Nacht Einlagen oder Ausleihungen zu tätigen, da die Zinssätze für diese Geschäfte ungünstig sind. So müssen Banken für Ausleihungen den Spitzensatz von 4,25 Prozent bezahlen, während der Satz für Einlagen 3,25 Prozent beträgt.

9.30 Uhr: Die Aktien des britischen Baufinanzierers HBOS  sind nach einem Medienbericht über einen zweiten Bieter für das Unternehmen nach oben geschossen. Zum Börsenauftakt in London legten die Papiere 10,6 Prozent zu. Eigentlich galt die Übernahme von HBOS durch den heimischen Rivalen Lloyds TSB als beschlossene Sache. Nun will der Unternehmer Jim Spowart laut einem Bericht der "Sunday Times" diese Pläne durchkreuzen und erwägt zusammen mit einer ausländischen Bank eine Gegenangebot. Die Papiere von Lloyds TSB  lagen zum Handelsauftakt 2 Prozent höher.

8.50 Uhr: Europas größter Billigflieger Ryanair  hat im zweiten Geschäftsquartal einen unerwartet kräftigen Gewinneinbruch erlitten. Das Nettoergebnis sei von Juli bis September um 31 Prozent auf 185,8 Millionen Euro gefallen, teilte das irische Unternehmen am Montag mit. Um in der konjunkturellen Abschwungphase Marktanteile zu gewinnen, will das Unternehmen im zweiten Halbjahr seine Ticketpreise um durchschnittlich 15 bis 20 Prozent senken. Dies werde zu einem Verlust im dritten und vierten Quartal führen, erklärte Ryanair. Für das Gesamtjahr bekräftigte die Fluggesellschaft aber ihre Gewinnprognose.

8.19 Uhr: Das geplante Konjunkturpaket der Bundesregierung bleibt umstritten. Der Vorsitzende des Haushaltsauschusses im Bundestag, Otto Fricke (FDP), kritisierte das Paket im "Tagesspiegel" als "Schnellschuss ohne Gewähr einer positiven Wirkung auf Wachstum und Beschäftigung".

Das Bundeskabinett will das Paket an diesem Mittwoch beschließen und anschließend den Spitzen von Wirtschaft und Gewerkschaften vorstellen. Vorgesehen sind unter anderem die Aussetzung der Kfz- Steuer für Neuwagen, die bessere steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen sowie Investitionen in Verkehr und Infrastruktur.

Commerzbank braucht Hilfe vom Staat

7.37 Uhr: Die Commerzbank nutzt das Rettungspaket der Bundesregierung für die Finanzbranche. Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) werde dem Institut eine stille Einlage in Höhe von 8,2 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, teilte die Commerzbank am Montag mit. Diese werde komplett auf das Kernkapital angerechnet. Ferner räume der Fonds der Bank als Option eine Garantie für Schuldverschreibungen über 15 Milliarden Euro ein.

7.22 Uhr: Die Ölpreise sind am Montag im asiatischen Handel gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember stieg im Vergleich zum Handelsschluss am Freitag um 1,11 US-Dollar auf 68,93 Dollar. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent  zur Auslieferung im Dezember kletterte um 1,18 Dollar auf 66,50 Dollar.

Die Ölpreise hätten sich von den deutlichen Verlusten am Freitag etwas erholt, sagten Händler. Ein Reihe von schwachen Konjunkturdaten hatten die Ölpreise zuletzt stark unter Druck gebracht

7.16 Uhr: In den bayerischen Werken des Autobauers BMW  stehen ab heute (Montag) die Bänder still. Das Unternehmen hat sich angesichts der schwachen Nachfrage auf den weltweiten Automärkten eine Produktionspause verordnet. Rund 40.000 Mitarbeiter bleiben damit zu Hause. Betroffen von dem fünftägigen Produktionsstopp im Freistaat sind die Werke München, Regensburg und Dingolfing.

Vergangene Woche hatte bereits die Produktion im Werk Leipzig für vier Tage geruht. Durch die Pausen in den Werken will BMW die Produktion in diesem Jahr um 25.000 Fahrzeuge zurückfahren und damit auf die sinkende Nachfrage reagieren.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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