Autoindustrie Opel setzt auf Insourcing

Outsourcing war lange in - auch bei Opel. Jetzt holt der Autobauer einzelne Produktions- und Dienstleistungsbereiche wieder in die eigenen Werke zurück: zum Beispiel bei der Komponentenfertigung, Montage und Entwicklung. Die zweite gute Nachricht: Im Werk Eisenach rollen nach drei Wochen Pause wieder die Bänder an.

Rüsselsheim/Eisenach - "Ins Haus geholt haben wir bereits die Cockpit-Montage für den Insignia in Rüsselsheim, die 180 Arbeitsplätze sichert", sagte Betriebsratschef Klaus Franz dem Magazin "auto, motor und sport". Opel sei "personell schon sehr schlank aufgestellt. Deswegen starten wir sogar wieder mit einem verstärkten Insourcing".

Konstruktionsaufträge, die noch bei Entwicklungsdienstleistern lägen, sollten ebenso wie Verträge mit Zulieferern dahingehend überprüft werden, welche Arbeiten davon wieder im Unternehmen selbst erledigt werden können. Die Tochter des US-Autobauers General Motors  habe damit eine Wende in der bisherigen, von einem "fast schon dogmatischen Outsourcing" gekennzeichneten Geschäftspolitik eingeleitet.

Im Werk Eisenach rollen indes von Montag an wieder Kleinwagen vom Band. Nach dreiwöchiger Pause wegen des eingebrochenen Automarktes soll die Produktion mit der Frühschicht am 3. November normal anlaufen, sagte der Betriebsratsvorsitzende Harald Lieske in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Wir hoffen, dass sich die Situation wieder beruhigt und die Fertigung von täglich 750 Autos bis zu den Weihnachtsferien ohne Unterbrechungen laufen kann."

In Eisenach produziert Opel mit rund 1900 Beschäftigten ausschließlich den Opel-Corsa. Das Werk zählt zu den größten Industriearbeitgebern in Thüringen. Eigentlich sollte in Eisenach in diesem Jahr mit etwa 194.000 Fahrzeugen ein Produktionsrekord aufgestellt werden. Im Sommer aber brach der Markt drastisch ein. "Letztlich werden wir in diesem Jahr keine 170.000 Autos bauen", sagte Lieske. Personalabbau bei der Stammbelegschaft der im Jahr 1992 eröffneten Autofabrik sei aber nicht geplant.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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