Kritik "Klares Signal an Konsumenten fehlt"

Das geplante Konjunkturpaket der Regierung stößt bei Wirtschaftsexperten auf Kritik. Es sei ein Versuch, die Öffentlichkeit ruhig zu stellen und werde nicht viel helfen. Den Experten fehlt vor allem eine stärkere steuerliche Entlastung der Bürger.

Berlin - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Klaus Zimmermann, sagte in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" (Sonntagabend): "Das ist ein Versuch, die Öffentlichkeit ruhig zu stellen". Er erwarte "nichts von diesem Programm." Ein Konjunkturprogramm bringe nur etwas, wenn es mit großen finanziellen Mitteln eingesetzt werde und zum richtigen Zeitpunkt komme.

Der Chef des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sagte dem Sender, das Programm sei "als Ganzes keine große Hilfe, weil es überwiegend Klein-Klein ist, branchenbezogen und damit im Grunde willkürlich". Was völlig fehle, sei ein klares Signal an Konsumenten, monierte er.

"Hier sollte man schnell durch die Abschaffung des Solidaritätszuschlags erkennbar ab Januar für jeden auf dem Lohnzettel etwas tun", forderte Hüther. Dies würde für Konsumenten eine Entlastung von 12 bis 13 Milliarden Euro bringen.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, plädierte für Entlastungen der Steuerzahler. "Wir brauchen mehr netto vom brutto, das heißt Abgaben und Steuern müssen runter so weit wie möglich, damit auch die Konsumenten wieder Geld im Portemonnaie haben", sagte er.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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