Trotz Finanzkrise Bayer bleibt dran

Bayer bleibt trotz eines Ergebnisrückgangs im dritten Quartal und eines schwierigeren Marktumfelds zuversichtlich. Der Pharma- und Chemiekonzern bekräftigte am Mittwoch seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2008. Das Unternehmen will auch 2009 sein operatives Ergebnis steigern.

Leverkusen - "Für uns zahlt sich aus, dass rund 70 Prozent unseres Geschäftes - nämlich die Bereiche Gesundheit und Landwirtschaft - unabhängiger von der Konjunktur sind", sagte Werner Wenning, Vorstandschef von Bayer, bei der Vorstellung der Quartalszahlen in Leverkusen.

Einziges Sorgenkind des Konzerns ist derzeit die Chemiesparte MaterialScience, wo auch Bayer die Konjunktureintrübung zu spüren bekommt. Hier brach der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent auf 138 Millionen Euro ein. Und auch für die weitere Entwicklung bis Ende 2009 ist der Konzern eher skeptisch.

Doch werden die Einbußen dieser Sparte bislang zum großen Teil von den nach wie vor florierenden Bereichen Gesundheit und Pflanzenschutz wettgemacht. Die Pflanzenschutzsparte CropScience steigerte ihren Umsatz im dritten Quartal währungs- und portfoliobereinigt um 14 Prozent.

Sparten Gesundheit und Pflanzenschutz florieren

Die Gesundheitssparte HealthCare legte um 6,1 Prozent zu. Vor allem mit den Antibaby-Pillen der YAZ-Familie konnte Bayer punkten. Große Hoffnungen für die Zukunft setzt der Konzern außerdem auf den in diesem Monat für Europa zugelassenen Gerinnungshemmer Xarelto, dem Bayer in Zukunft einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro zutraut.

Unter dem Strich konnte Bayer im dritten Quartal den Umsatz um 2 Prozent auf knapp acht Milliarden Euro steigern. Währungs- und portfoliobereinigt entspreche dies einem Anstieg von 5,1 Prozent, sagte Wenning.

Quartalsergebnis fällt, Gewinn soll 2009 weiter steigen

Beim Ergebnis konnten die Gesundheits- und die Pflanzenschutzsparte allerdings die Einbußen in der Chemiesparte nicht völlig ausgleichen. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging um 6,5 Prozent auf 891 Millionen Euro zurück. Das Konzernergebnis lag mit 277 Millionen Euro sogar um gut 76 Prozent unter dem Vorjahreswert. Allerdings war das Vorjahresergebnis durch einen einmaligen Steuerertrag von mehr als 900 Millionen Euro aufgebläht worden.

Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen weiterhin eine Steigerung des währungs- und portfoliobereinigten Konzernumsatzes von mehr als 5 Prozent, was einem Umsatz von rund 33 Milliarden Euro entspräche. Der operative Gewinn (Ebitda) vor Sondereinflüssen soll ebenfalls höher ausfallen als 2007. Auch 2009 wird mit einer weiteren Steigerung des Ergebnisses gerechnet.

Bayer sieht keine Probleme mit der Refinanzierung

Unmittelbare Auswirkungen der Finanzkrise sieht der Konzern nicht. Zwar erhöhte sich die zuletzt durch die Schering-Übernahme deutlich gestiegene Nettoverschuldung des Unternehmens im dritten Quartal um 0,4 Milliarden auf 13,7 Milliarden Euro. Doch habe Bayer derzeit keinen Refinanzierungsbedarf, betone Wenning. Und was in den nächsten Jahren fällig werde, könne der Konzern ohne Inanspruchnahme der Banken bedienen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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