Krisengipfel Steuerspritze für Autobauer

Der deutsche EU-Handelskommissar Günter Verheugen positioniert sich für ein Krisentreffen mit Vertretern der Autobranche. Er sprach sich dafür aus, den stockenden Absatz von Autos mit Steueranreizen wieder auf Touren zu bringen. Auch sparte er nicht mit Kritik an seinen Kollegen aus der EU-Kommission.

Hamburg - EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat sich für staatliche Hilfen für die krisengeschüttelte Autoindustrie eingesetzt. Vor einem Treffen mit führenden Vertretern der Branche am heutigen Mittwoch in Brüssel sprach er sich im "Hamburger Abendblatt" für Steueranreize zugunsten der Anschaffung umweltfreundlicherer Autos aus. Zudem setzte er sich für Stilllegungsprämien für ältere Fahrzeuge sowie direkte Zuschüsse für neue umweltfreundliche Autos ein.

Angesichts der Finanzkrise brauche die Wirtschaft jetzt erst recht Stabilität und Berechenbarkeit und das Vertrauen, dass die Politik ihre Bedürfnisse versteht, betonte Verheugen. "Wir müssen klar sehen, dass wir Unternehmen jetzt nicht neue Kosten aufbürden können, stattdessen müssen wir sie zu Innovation ermutigen."

Zugleich verschärfte Verheugen seine Kritik am Kurs der EU-Kommission bei der Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxids. Die europäischen Umweltziele könnten auch sparsamer erreicht werden, mit weniger Kosten für die Industrie, sagte Verheugen. Wenn es beim Vorschlag der Kommission zur CO2-Reduzierung bei Neuwagen bleibe, entfielen etwa auf den italienischen Autobauer Fiat Strafen, die mehr als ein Drittel seines Forschungsetats auffressen würden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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