Lufthansa Bedingungen für AUA-Übernahme

Die österreichische Fluglinie AUA hat noch keinen neuen Besitzer. Der Privatisierungsauftrag der österreichischen Staatsholding ÖIAG musste bis zum Jahresende verlängert werden. Zu groß waren offenbar die Forderungen der Lufthansa, die einziger Bieter für die Fluglinie ist. Es geht um mehrere Hundert Millionen Euro AUA-Schulden.

Wien - Die österreichische Staatsholding ÖIAG hat noch keinen Käufer für die Fluglinie Austrian Airlines (AUA) gefunden. Das Finanzministerium des Landes verlängerte deshalb den Privatisierungsauftrag der österreichischen Regierung für die Fluggesellschaft des Landes bis zum 31. Dezember 2008.

"Die Bedingung dafür ist, dass der Inhalt des Privatisierungsauftrags unverändert bleibt und dass die Lufthansa  ihr Angebot aufrechterhält," sagte Jürgen Beilein, Sprecher des Finanzministeriums. Es werde ein "Standortkonzept" für die AUA geben, fügte Beilein an, wollte aber keine näheren Details nennen.

In der vergangenen Woche hatte nur die Deutsche Lufthansa ein Gebot für die 42,75 Prozent der AUA-Anteile im Staatsbesitz abgegeben. Sollte dieses angenommen werden, will die Lufthansa den freien Aktionären ein Kaufangebot für deren AUA-Aktien unterbreiten.

Am Sonntag hatte es dann aber anscheinend im Privatisierungsausschuss der ÖIAG Widerstand gegen den AUA-Verkauf an die Lufthansa gegeben. Nach österreichischen Presseberichten hatte die Lufthansa für den Staatsanteil an der AUA einen symbolischen Preis von 1 Euro geboten und war lediglich bereit, einen kleineren Anteil an den Schulden der österreichischen Fluglinie in Höhe von 900 Millionen Euro zu übernehmen. Außerdem wollte die Lufthansa den Berichten zufolge keine "Standortgarantie" für die rot-weiß-rote Fluglinie geben.

Ähnliche Bedingungen hatte die bedeutendste deutsche Fluggesellschaft vor Jahren bei der Übernahme der damals ebenfalls angeschlagenen Schweizer Fluggesellschaft Swissair gestellt, die heute unter dem Markennamen Swiss firmiert.

Berichte der Nachrichtenagentur apa, wonach die Wiener Regierung 500 Millionen der bis zum Jahresende eingeflogenen Schulden von einer Milliarde Euro übernehmen werde, wurden vom Finanzministerium zunächst nicht bestätigt. Die Schuldenübernahme durch die ÖIAG müsste zudem als staatliche Beihilfe von der Europäischen Kommission genehmigt werden, sagen Experten. Der Kurs der AUA-Aktien betrug zuletzt 2,76 Euro, nach 3,07 Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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