Finanzkrise Postbank braucht eine Milliarde Euro

Bei der Postbank ist in den ersten neuen Monaten des Jahres ein Vorsteuerverlust von 112 Millionen Euro aufgelaufen. Jetzt wollen die Banker für dieses Jahr keine Dividende zahlen und sich frisches Geld mit einer Kapitalerhöhung bei ihrem Mehrheitseigentümer Deutsche Post beschaffen. Doch die kämpft selbst mit Einbußen.

Bonn - Die Verschärfung der Finanzkrise hat die Postbank  im abgelaufenen Quartal in die roten Zahlen getrieben. Die Post-Tochter bezifferte den Vorsteuerverlust am Montag für dieses Quartal auf 449 Millionen Euro. Hauptgrund seien Belastungen im Zusammenhang mit dem Engagement bei der zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers. Nun soll für 2008 die Dividende ausfallen.

Die Bank kündigte zudem eine Kapitalerhöhung von bis zu einer Milliarde Euro für das vierte Quartal an, um die eigene Kapitaldecke zu stärken. Der Mehrheitseigner Post habe sich verpflichtet, Aktien gemäß seines Anteils von gut 50 Prozent zu mindestens 18,25 Euro je Stück zu zeichnen sowie alle darüber hinaus gehenden Papiere, die nicht platziert werden könnten - soweit der Bezugspreis 18,25 Euro nicht übersteigt. Nach der Kapitalerhöhung solle die Kernkapitalquote bei mindestens 6,9 Prozent liegen. Ende September lag diese bei dem vergleichsweise niedrigen Wert von 5,5 Prozent und damit 0,8 Prozentpunkte unter dem Wert von Ende Juni.

Die Post erklärte parallel, dass sich dadurch an dem für das erste Quartal 2009 geplanten Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank nichts ändere. Die im September geschlossene Vereinbarung mit der bedeutendsten deutschen Geschäftsbank, wonach die Deutsche Bank im ersten Quartal 2009 nach Vorliegen der kartell- und aufsichtsrechtlichen Genehmigungen einen 29,75 Prozent Anteil an der Postbank von der Deutschen Post übernehmen wird, bestehe unverändert.

Die Postbank rechnet darüber hinaus im vierten Quartal sowohl für sich als auch die gesamte Branche mit weiteren Belastungen aus der Finanzkrise. Zwar sprach Vorstandsvorsitzender Wolfgang Klein am Montag von "zarten Anzeichen" für eine Entspannung der Krise Gleichwohl sei ein erfolgreiches Überwinden der Krise trotz Rettungspaket der Regierung noch unklar.

Die Post selbst muss ebenfalls Einbußen verkraften. Sie verbuchte im dritten Quartal einen Gewinnrückgang verbucht und ihre Prognose für das Gesamtjahr 2008 gesenkt. Seine Ziele für 2009 kassierte der Konzern komplett.

Das Ebit vor Einmaleffekten sei im dritten Quartal um acht Prozent gegenüber den 468 Millionen Euro aus dem Vorjahr eingebrochen, teilte die Post am Montag mit. Seine Prognose für das Gesamtjahr kürzte der Konzern um rund 500 Millionen Euro und erwartet 2008 nunmehr ein Ebit vor Einmaleffekten von rund 2,4 Milliarden Euro (zuvor: 2,9 Milliarden Euro ohne die Postbank).

Ein Grund für die Kürzung war vor allem die weiter enttäuschende Entwicklung des Expressgeschäfts in den USA. Die konjunkturellen Probleme würden auch die Aussichten für 2009 "massiv beeinflussen", hieß es weiter. Obwohl der Vorstand weiter von einem Ergebnisanstieg für 2009 ausgehe, ziehe er seine bisherige Prognose von rund 3,4 Milliarden Euro zurück.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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