Produktionsstopp Opel und Daimler auf der Bremse

Dem Opel-Werk in Bochum droht nach der aktuellen Fertigungspause von zwei Wochen ein kompletter Montagestopp im Dezember. Darüber hinaus soll die Belegschaft über ein Abfindungsprogramm um bis zu 150 Mitarbeiter reduziert werden. Zu schlecht laufe der Verkauf. Deshalb will jetzt auch Daimler eine fünfwöchige Zwangspause einlegen.

Bochum/Stuttgart - "Genaue Produktionsplanungen liegen noch nicht vor, aber es besteht durchaus die Gefahr, dass wir in Bochum ab Ende November für weitere zwei Wochen das Werk dichtmachen und vielleicht auch in der Woche vor Weihnachten", sagte der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel der Internetausgabe des Magazins "auto motor und sport".

Chris Preuss, Kommunikationschef der Opel-Mutter, sagte der Zeitschrift: "Wir werden unsere Kapazitäten weiterhin in Abhängigkeit von der zurückgehenden Nachfrage der Märkte managen. Das bedeutet so viele weitere Produktionspausen wie nötig." Nach seinen Angaben gibt es einen signifikanten Nachfragerückgang in fast allen Teilen Europas. "Bis zum Ende des Jahres müssen wir unsere Produktion absenken, um die Lagerbestände an die Marktnachfrage anzupassen", sagte Preuss.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" will so jetzt auch Daimler  auf die Krise reagieren. Unter Berufung auf einen Konzernsprecher schreibt die Zeitung, das Unternehmen plane einen fünf Wochen langen Produktionsstopp. Die Weihnachtspause beginne in diesem Jahr am 11. Dezember, am 12. Dezember folge noch eine Inventur, doch erst am Montag, den 12. Januar, nähmen die Daimler-Beschäftigten die Arbeit wieder auf.

Laut Opel-Betriebsrat Einenkel plant Opel keine betriebsbedingten Kündigungen, aber deutschlandweit ein neues Abfindungsprogramm: "Die Konzernführung hält sich an den Standortsicherungsvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen bis 2016 ausschließt." Allerdings sei gerade im Gespräch, dass in Deutschland ein neues Abfindungsprogramm aufgelegt werde.

Allein in Bochum könnten aufgrund der Produktivitätsverbesserungen 100 bis 150 Kollegen entbehrt werden - allerdings nur auf freiwilliger Basis. "Ich erwarte hier in den nächsten Tagen eine Entscheidung", sagte Einenkel.

Opel-Werke sind derzeit wegen sinkender Nachfrage von Produktionsstopps betroffen. In Deutschland wurde am 20. Oktober die Produktion im Werk Bochum bereits zum zweiten Mal seit Ende September für zwei Wochen gestoppt. In Eisenach soll die Arbeit bis Monatsende ausgesetzt werden. Auch die europäischen Werke in Antwerpen (Belgien) und Ellesmere Port (Großbritannien) wurden für zwei Wochen geschlossen. Angesichts der prekären Finanzlage der Opel-Mutter General Motors  reißen die Spekulationen über eine Pleite des Konzerns nicht ab. Das Unternehmen dementierte die Gerüchte am Freitag jedoch ausdrücklich.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

Mehr lesen über