Porsche und Piëch Familien legen Streit bei

Die Porsche-Eignerfamilien Porsche und Piëch ziehen bei der geplanten Übernahme von Volkswagen nach eigenen Angaben an einem Strang. Bei einem Treffen der Familien hätten sich alle Familienmitglieder hinter den Kurs des Sportwagenbauers gestellt.

Stuttgart - Die Eignerfamilien des Sportwagenherstellers Porsche  haben am Freitag auf einer Betriebsversammlung Einigkeit demonstriert. Nach Angaben von Wolfgang Porsche, Gesellschafter und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Porsche Automobil Holding SE sowie der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, stünden die Familien geschlossen hinter allen Entscheidungen, die gemeinsam getroffen werden.

Bei der nächsten VW-Aufsichtsratssitzung werde der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen , Ferdinand Piëch, die Auflösung des Kontrollgremiums beantragen, das künftige Kooperationen zwischen Porsche und der VW-Tochter Audi absegnen sollte. Eine juristische Prüfung dieses Ausschusses habe ergeben, dass dieser zu stark in die Kompetenzen des VW-Vorstandes eingreife, hieß es.

Mitte September hatten sich die VW-Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat mit einem entsprechenden Antrag durchgesetzt. Die Abstimmung war nur durch die Enthaltung des abwesenden Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch zugunsten der Arbeitnehmerseite ausgefallen. Die Vertreter der Kapitalseite wollten den Antrag ablehnen.

Das Abstimmungsverhalten von Ferdinand Piëch hatte zu einem Zerwürfnis zwischen den Porsche-Eignerfamilien geführt und Unsicherheiten über Piëchs Verhältnis zum Porsche-Management ausgelöst. Wolfgang Porsche sagte nun, Piech habe bei einem Familienzusammentreffen klar zum Ausdruck gebracht, dass er den Kurs der Porsche Automobil Holding SE in allen Punkten unterstütze und voll und ganz hinter den Vorständen Wendelin Wiedeking und Holger Härter sowie deren Arbeit stehe.

Wolfgang Porsche führte weiter aus, dass auch die Mitbestimmungsvereinbarung für die Belegschaftsvertreter von Porsche und Volkswagen die "uneingeschränkte Unterstützung" von Ferdinand Piëch habe. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats mit jeweils drei Mitgliedern der Porsche- und VW-Arbeitnehmer sei der Struktur des Konzerns angemessen.

Der Porsche-Konzernbetriebsratsvorsitzende, Uwe Hück, unterstrich, man werde am Vetorecht für die Kündigung der Mitbestimmungsvereinbarung festhalten. Ohne dieses Vetorecht könnte VW die Mitbestimmungsvereinbarung kündigen und in allen Fragen durch seine pure Größe die Belegschaften kleiner Teilkonzerne überstimmen. Dies sei aber aus Sicht der Porsche-Belegschaft nicht akzeptabel.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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