VW Stammbelegschaft halten

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat das Management des Konzerns für das kommende Jahr auf große Herausforderungen und harte Einschnitte eingeschworen. Die Stammbelegschaft will Winterkorn aber trotz der absehbar äußerst schwierigen Zeiten für die Branche erhalten.

Wolfsburg - Das sagte Winterkorn nach Angaben eines Sprechers auf einer Versammlung der Führungskräfte des Autobauers. Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wonach sich Volkswagen von einem großen Teil der 25 000 Leiharbeiter trennen wolle, wies das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg als falsch zurück.

Allein in den westdeutschen VW-Werken mit gut 90.000 Beschäftigten sind bislang nach Angaben des Unternehmens 3700 Leiharbeiter tätig. Bis zum Jahresende liefen 750 Leiharbeitsverträge in Deutschland aus.

Volkswagen nutze seine hohe Flexibilität in der Fertigung, um sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen. Genau dazu würden Verträge mit Leiharbeitsfirmen geschlossen, teilte das Unternehmen mit. Wenn alle anderen Möglichkeiten wie die Streichung von Zusatzschichten ausgeschöpft sind, müsse auch der künftige Bedarf von Leiharbeit geprüft werden.

VW sieht für 2008 seine Erwartungen für Umsatz, Absatz und Ertrag noch weitgehend bestätigt. Die Konzerntöchter Seat, Skoda und Nutzfahrzeuge haben jedoch schon Produktionseinschränkungen angekündigt, Volkswagen schichtet um, kürzt Lieferzeiten und hat einige geplante Sonderschichten wieder abgesagt.

Für 2009 erwartet Winterkorn schwierige Zeiten für die gesamte Branche und auch fürs eigene Unternehmen. Die Kostenbremse müsse konsequent angezogen und Investitionen, die nicht unbedingt notwendig seien, zurückgestellt werden, machte Winterkorn deutlich. Die schwache Marktentwicklung und jetzt obendrein noch die Finanzkrise seien eine brisante Mischung.

Der VW-Konzern hat in den ersten neun Monaten 2008 mit 4,8 Millionen Autos noch ein Absatzplus von 3,9 Prozent erreicht. Trotz Finanzkrise und eines schwachen Branchenumfeld legte VW auch im September mit 550.000 Auslieferungen noch um 0,7 Prozent zu, teilte das Unternehmen ebenfalls am Freitag mit.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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