Rezessionsangst Britische Wirtschaft schrumpft

Die britische Wirtschaft ist im vergangenen Quartal zum ersten Mal seit 16 Jahren geschrumpft und steht damit am Rande einer Rezession. Von Juli bis September ging das Wirtschaftswachstum im Quartalsvergleich überraschend deutlich um 0,5 Prozent zurück. Das teilte die Nationale Statistikbehörde am Freitag mit.

London - Damit übertrafen die Zahlen die Befürchtungen: Analysten waren davon ausgegangen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich nur um 0,2 Prozent zurückgeht. Schrumpft die Wirtschaft auch im vierten Quartal, ist das Königreich per Definition in einer Rezession.

Im zweiten Quartal hatte die Wirtschaft im Vergleich zum vorherigen Vierteljahr noch stagniert. Der Leitindex in London, der FTSE 100, sank am Freitag nach den schlechten Nachrichten zeitweise um fast neun Prozent. Das britische Pfund stürzte gegenüber dem Dollar so tief wie seit fünf Jahren nicht mehr, am Mittag war es nur noch 1,58 Dollar wert. Auch gegenüber dem Euro verlor die Währung massiv: Ein Pfund war 1,22 Euro wert.

Im Jahresvergleich wuchs das BIP im dritten Quartal um 0,3 Prozent - das ist die schlechteste Rate seit dem zweiten Quartal 1992. Der wichtige Dienstleistungssektor schrumpfte im Quartalsvergleich um 0,4 Prozent. Das war der größte Rückgang seit 18 Jahren. Finanzminister Alistair Darling räumte ein, dass sich die Wirtschaft "in Richtung Rezession" bewege. Er betonte, es sei wichtig, dass alle Länder in der Finanzkrise zusammenarbeiteten.

Großbritannien ist von der internationalen Bankenkrise besonders betroffen. Mehrere Banken wurden bereits teils verstaatlicht oder von anderen geschluckt. Auch die Hauspreise sinken seit Monaten. Erst zu Wochenbeginn hatte Premierminister Gordon Brown erstmals eingeräumt, dass Großbritannien eine Rezession droht.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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