Allianz "Cash is King"

Bei der Allianz wähnt man sich trotz der Finanzkrise gut aufgestellt. Und wegen der Maxime "Cash is King" benötige das Unternehmen auch kein Sparprogramm, sagt Vorstandsmitglied Helmut Perlet. Der Verkauf der Dresdner Bank laufe "nach Plan".

Frankfurt am Main - Die Allianz  braucht nach Angaben von Finanzchef Helmut Perlet trotz der Finanzkrise kein frisches Kapital. Auf die Frage, ob es für den Versicherer sinnvoll sei, den Rettungsfonds des Bundes wahrzunehmen, sagte Perlet der "Süddeutschen Zeitung", die Versicherer müssten sich "hinsetzen und sehen, zu welchem Ergebnis wir kommen". Die Kapitalspritzen in den USA führten dazu, dass deutsche Institute nun mit einigen Wettbewerbern mit einer Kernkapitalquote von 20 Prozent konkurrierten.

"Ich möchte aber hinzufügen, dass wir als Allianz ausreichend Kapital und ein kerngesundes Versicherungsgeschäft haben", betonte Perlet. Der Allianz-Finanzchef sprach sich gegen die Auflagen aus, die die Bundesregierung für Unternehmen plant, die Mittel aus dem Rettungspaket nutzen.

"Man sollte daher von einem Dividendenverbot absehen", sagte er. Auch die Begrenzung der Gehälter von Vorständen auf 500.000 Euro im Jahr sei falsch.

Auch an der Allianz sei die Finanzkrise nicht spurlos vorübergegangen, räumte der Finanzchef ein: "Wir spüren das zum Beispiel beim Umsatz im Lebensversicherungsgeschäft. Und wir sehen verstärkte Abschreibungen auf unsere Aktienbestände, das wird sich auf den Gewinn niederschlagen." Gerüchte, dass der Konzern noch eine Menge strukturierter Finanzprodukte im Keller habe, wies Perlet zurück: "Wir sind da sehr sauber", betonte er. Ein Sparprogramm habe der Konzern nicht geplant. Bei Zukäufen will sich die Allianz zurückhalten, auch wenn sich in der Krise mehr Chancen böten. "Cash ist King", sagte Perlet. "Egal, was wir machen - es muss sich rechnen und darf nicht zulasten unserer Kapitalausstattung gehen. Wir wissen nicht, wie die Welt in vier Wochen aussieht."

Am Gelingen des Verkaufs der Dresdner Bank an die Commerzbank ließ der Allianz-Finanzchef keinen Zweifel: "Alles läuft planmäßig. Da werden sie keine Änderung sehen, der Verkauf findet statt", sagte er der Zeitung. Die Finanzkrise hatte an der Börse wiederholt Spekulationen ausgelöst, dass das Geschäft noch platzen könnte.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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