Sonntag, 20. Oktober 2019

Krisenticker Ölpreis fällt unter 65 Dollar

Erstmals seit Mai 2007 ist der Preis für die Ölsorte Brent wieder unter die Marke von 65 Dollar je Fass gerutscht. Unterdessen ist Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Wirtschaftsgesprächen nach China aufgebrochen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

21.40 Uhr: Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen fällt um mehr als 600 Punkte und liegt bei 8417 Zählern - ein Minus von 5,8 Prozent.

20.48 Uhr: Erstmals seit Mai 2007 ist der Preis für die Ölsorte Brent wieder unter die Marke von 65 Dollar je Fass gerutscht. Die Nordseesorte notierte am Mittwoch in London bei 64,59 Dollar je Fass (159 Liter). Der Preis für die in New York gehandelte Sorte Light Sweet Crude ging ebenfalls auf bis zu 66,73 Dollar nach unten. So tief stand er seit dem 14. Juni vergangenen Jahres nicht mehr.

Unterdessen sagte der Chef des Öl-Kartells Opec, Tschakib Chelil, die Organisation werde bei der geplanten Senkung der Fördermenge Verbraucher, aber auch Produzenten berücksichtigen. Die OPEC wolle nicht, dass die erdölproduzierenden Länder weiter unter den "sehr niedrigen" Ölpreisen zu leiden hätten. Am Freitag kommt die OPEC in Wien zu einem Treffen zusammen, bei dem voraussichtlich eine deutliche Senkung der täglichen Fördermenge beschlossen wird.

Ölförderung: Die Opec wird die Fördermenge voraussichtlich drosseln
20.12 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zu einem dreitägigen China-Besuch aufgebrochen. Im Zentrum ihrer Gespräche mit Spitzenpolitikern aus dem Gastgeberland, anderen asiatischen Staaten und Europas steht die Bewältigung der Finanzkrise und die Lehren daraus. Am Donnerstag wird Merkel mit Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao und am folgenden Tag mit Staatspräsident Hu Jintao sprechen. Beide Male dürften Wirtschaftsthemen im Vordergrund stehen.

19.47 Uhr: Rezessionsängste und enttäuschende Quartalszahlen haben den US-Börsen Verluste beschert. Viele Anleger werteten den weiter fallenden Ölpreis, der auf rund 67 Dollar für ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl sank, als ein weiteres Anzeichen für eine Abkühlung der Weltwirtschaft. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen fiel um 4,3 Prozent auf 8643 Punkte.

19:36 Uhr: Die drittgrößte deutsche Landesbank WestLB hat Interesse an Hilfen aus dem Rettungspaket der Bundesregierung für die Banken angedeutet. "Die Initiative der Bundesregierung bietet die Möglichkeit zur Stärkung der WestLB und stärkt damit die Ausgangssituation für eine Positionierung der WestLB im Konsolidierungsprozess der Landesbanken", teilte die WestLB in Düsseldorf mit. Gleichzeitig betonte die nordrhein- westfälische Landesbank, dass noch keine Entscheidung gefallen sei.

Den Ölpreis fest im Blick: Viele Händler werten den weiter fallenden Ölpreis als ein weiteres Anzeichen für eine Abkühlung der Weltwirtschaft
18.15 Uhr: An der Wall Street baut der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen seine Verluste auf 3,4 Prozent aus, ein Minus von 300 Punkten. Rezessionsangst hatte bereits den Dax Börsen-Chart zeigen auf Xetra mit einem Verlust von 4,5 Prozent schließen lassen.

Laut Händlern ist es möglich, dass die Indizes in Kürze erneut ihre Jahrestiefs testen - trotz der bereits in die Wege geleiteten staatlichen Rettungspakete. Seit Jahresbeginn hat der Dax rund 45 Prozent an Wert verloren.

17.30 Uhr: Staats- und Regierungschefs aus 20 Ländern werden am 15. November in Washington zum ersten aus einer Reihe internationaler Gipfeltreffen zur weltweiten Finanzkrise zusammenkommen. Dabei sollen sie über Strategien zur mittel- und langfristigen Bekämpfung der globalen Krise und die Notwendigkeit neuer Regeln für die Finanzmärkte sprechen, wie das Weiße Haus am Mittwoch bekanntgab. Die G-20 umfasst die sieben größten Industriestaaten sowie die EU und zahlreiche Schwellenländern wie Russland, China, Indien und Brasilien. Bei dem Treffen sollen Arbeitsgruppen eingesetzt werden, die Vorschläge zur künftigen Regulierung der Finanzmärkte erarbeiten sollen. Staats- und Regierungschefs sollen dann bei einem Folgegipfel über die Empfehlungen der Experten beraten.

16.42 Uhr: Die europäische Gemeinschaftswährung sackte im frühen Handel bis auf 1,27 Dollar und kostete damit so wenig wie zuletzt Mitte November 2006. Bis zum späten Nachmittag erholte sich der Euro etwas und kostete 1,28 Dollar.

16.25 Uhr: Die US-Notenbank Fed will die amerikanischen Banken in der Finanzkrise weiter entlasten. Deshalb werde der Zins für überschüssiges Geld erhöht, das die Banken bei der Notenbank parken können, teilte die Federal Reserve am Mittwoch in Washington mit. Der Satz steigt effektiv von aktuell 0,75 Prozent auf 1,15 Prozent.

15.49 Uhr: Der US-Pharmakonzern Merck & Co. streicht nach einem Gewinneinbruch drastisch Stellen. Weltweit sollen über einen früheren Abbau hinaus weitere 7200 Arbeitsplätze wegfallen - rund 12 Prozent aller Jobs. Der Überschuss fiel im dritten Quartal um 28 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz des drittgrößten US-Pharmaherstellers sank um zwei Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar 4,6 Milliarden Euro). Das gab Merck & Co. am Mittwoch am Sitz in Whitehouse Station (New Jersey) bekannt.

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