Investor Kerkorian Glücksspiel gewinnträchtiger als Ford

US-Milliardär Kirk Kerkorian hat sich mit seinem Einstieg bei Ford kräftig verzockt. Unter hohen Verlusten beginnt er nun mit dem Ausstieg. Der 91-Jährige will sich künftig vielversprechenderen Branchen widmen - dazu zählt er die Glücksspielindustrie.

New York - US-Milliardär Kirk Kerkorian hat am Dienstag überraschend Teile seiner Beteiligung bei Ford  verkauft und will weiter reduzieren. Ein halbes Jahr nachdem der Investor ohne Vorwarnung mit 100 Millionen Aktien bei Ford eingestiegen war und die Beteiligung später bis auf 6,43 Prozent ausgebaut hatte, begann er ebenso plötzlich mit einem Verkauf seines Investments.

Am Dienstagmorgen (Ortszeit) trennte sich Kerkorians Investmentvehikel Tracinda Corp nach eigenen Angaben von 7,3 Millionen Ford-Aktien und kündigte an, weitere Anteilsscheine verkaufen zu wollen. Denkbar sei auch ein Komplettausstieg und der Verkauf aller noch gehaltenen 133,5 Millionen Ford-Aktien. Tracinda verfügt damit noch 6,09 Prozent des Ford-Kapitals.

Bei dem Verkauf bekam der 91-Jährige im Schnitt 2,43 Dollar je Ford-Aktie. Im frühen Handel notierte das Papier noch deutlich darunter. Dennoch beendet Kerkorian sein Ford-Engagement mit Verlust. Im April hatte er im Rahmen eines öffentlichen Gebots noch 8,50 Dollar pro Ford-Aktie gezahlt.

Zur Begründung erklärte Tracinda, angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung sehe das Unternehmen einzigartige Chancen im Glücksspiel, im Hotelgewerbe sowie in der Öl- und Gasindustrie und habe deshalb entschieden, seine Mittel dort einzusetzen.

Mit Ford zieht sich Kerkorian beim letzten der drei großen US-Autokonzerne zurück. In den 1990ern stieg er zunächst bei Chrysler ein und trug mit seiner Forderung nach einer Steigerung des Unternehmenswertes dazu bei, dass die mittlerweile wieder aufgelöste Fusion mit Daimler  zustande kam.

2005 kaufte sich der Investor für fast 10 Prozent bei General Motors  ein und versuchte vergeblich, die Konzernführung zu einer schnelleren Sanierung zu drängen. Hier stieg Kerkorian schließlich mit einem moderaten Gewinn wieder aus.

Bei Ford verhindern Familienaktionäre, dass aggressive Investoren eine Richtungsänderung erzwingen können. Allerdings sah es bislang auch nicht nach einem Zerwürfnis zwischen Ford und Kerkorian aus. Dessen Vertreter lobten in der Vergangenheit mehrfach Ford-Chef Alan Mulally und erklärten, bei dem Investment handele es sich um ein langfristiges Engagement. Ford sei auf dem Weg, die Wende zu schaffen und künftig satte Gewinne zu liefern.

Kurzfristig sieht es nicht danach aus. Das zweite Quartal beendete der Konzern aus Dearborn mit einem Minus von 8,7 Milliarden Dollar, und auch für das dritte Quartal werden am Markt substanzielle Verluste erwartet.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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