Reederei NOL bietet nicht mehr für Hapag-Lloyd

Das so genannte Hamburger Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne hat beste Chancen, den Zuschlag für die Reederei Hapag Lloyd zu erhalten. Der Grund: Bieterkonkurrent NOL aus Singapur zieht sich zurück. Das Hamburger Konsortium ist nunmehr der einzig verbleibende Bieter.

Hannover/Hamburg - Die Reederei Neptune Orient Lines (NOL)  aus Singapur hat kein Interesse mehr an einem Kauf der Tui-Tochter Hapag-Lloyd. NOL zog sich aus dem Bieterverfahren um die Hamburger Reederei zurück. Das teilte NOL am Freitag mit. Eine eindeutige Begründung für den Rückzug lieferte NOL zunächst nicht.

"Wir haben ein Angebot abgegeben, das nach unserer Einschätzung Hapag-Lloyd voll bewertet hat und die herausfordernden Marktbedingungen in der Containerschifffahrt berücksichtigt", sagte NOL-Chef Ron Widdows. NOL werde nun alle Energie darauf konzentrieren, gut durch den Branchenabschwung zu kommen.

Damit verbleibt das Hamburger Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne als einziger Bieter für die Tui-Tochter. Die Gruppe war als "Hamburger Lösung" ins Leben gerufen worden, um einen Verkauf der Traditionsreederei ins Ausland zu verhindern. Das Hamburger Konsortium ist nach Angaben eines Sprechers weiter im Rennen um Hapag . Das Angebot seit weiterhin gültig, sagte der Sprecher der Investorengruppe am Freitag.

Branchenexperten waren davon ausgegangen, dass NOL einen höheren Preis bieten kann als die Hamburger Investoren, da die Reederei große Synergien erzielen könnte. Tui  will sich nur dann von Hapag trennen, wenn das Unternehmen einen "angemessenen" Preis erhält.

Tui wollte den Ausstieg von NOL nicht kommentieren. Ein Sprecher des Konzerns erklärte, der Bieterprozess für Hapag-Lloyd werde fortgesetzt. Eine Absage des Verkaufs sei aber weiterhin eine Option.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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