Venezuela Chávez macht McDonald's dicht

Weil McDonald's in Venezuela Steuern hinterzogen haben soll, haben die Behörden alle 115 Restaurants der Kette vorläufig geschlossen. Dahinter steht eine Kampagne des Staatspräsidenten Hugo Chávez. Gegen drei Franchisenehmer wurden bereits hohe Geldstrafen verhängt.

Caracas - McDonald's  hat in Venezuela seine 115 Restaurants auf Anordnung der Behörden für 48 Stunden geschlossen. Die Zwangsschließung wurde nach Medienberichten vom Freitag von der Steuerbehörde des südamerikanischen Landes (Seniat) angeordnet und trat bereits Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in Kraft. Es gebe Unregelmäßigkeiten in der Buchführung der amerikanischen Fastfood- Kette, lautete die Begründung von Seniat-Chef David Cabello.

Die Zwangsschließung gelte zunächst bis Samstag 14.00 Uhr Ortszeit, sagte Cabello. Bis dahin wolle man die Kassenbücher überprüfen, da unter anderem Mehrwertsteuer-Zahlungen vermisst würden. Gegen die drei Unternehmen, die die McDonald's-Filialen in Venezuela als Franchise betreiben, seien außerdem Geldstrafen von umgerechnet etwa 400.000 Euro verhängt worden.

Eine Stellungnahme der betroffenen Unternehmen gab es zunächst nicht. Die Behörden in dem vom Linksnationalisten Hugo Chávez regierten Venezuela starteten bereits vor Monaten eine Offensive gegen Steuerhinterziehung. Von Zwangsschließungen waren bereits mehrere Unternehmen betroffen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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