Postbank Optimistisch für Deutsche-Bank-Deal

Die Zuspitzung der weltweiten Finanzkrise bringt den Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank nach Ansicht von deren Chef nicht in Gefahr. Es seien keine Effekte zu erkennen, die den Abschluss des für Anfang 2009 geplanten Geschäfts erschweren oder verzögern könnten, sagte Postbank-Chef Wolfgang Klein am Freitag

Frankfurt am Main - Das größte deutsche Geldhaus strebt die Übernahme von 29,75 Prozent an der Postbank  an und hat sich dafür bereits 2,2 Milliarden Euro frisches Kapital von seinen Aktionären besorgt. Zudem hat die Deutsche Bank  die Option, die Postbank in den kommenden Jahren komplett zu erwerben.

Was die Entwicklung an den Finanzmärkten insgesamt angeht, zeigte sich Klein dagegen alles andere als zuversichtlich. "Das Thema Finanzkrise geht tief. Wir werden eine Rezession erleben und ich glaube, dass die Krise für eine ganze Generation eine prägende Erfahrung ist", sagte er. Nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers sei den Geldhäusern schmerzlich bewusstgeworden, dass auch ein so großes Institut pleitegehen könne. Seither seien die systemischen Risiken deutlich gestiegen.

Einen Ausweg aus der Krise kann nach Ansicht des Postbank-Chefs nur der Staat bieten. Garantieerklärungen von Regierungen für Banken brächten wieder Vertrauen zurück und die Kreditvergabe von Geldinstituten untereinander komme wieder in Schwung.

Dies ist seit dem Lehman-Kollaps zum Erliegen gekommen. Zudem funktioniert der als äußerst sicher geltende Markt für Pfandbriefe nicht mehr. Institute, die sich vor allem über den Kapitalmarkt refinanzieren, stehen daher aktuell besonders unter Druck.

Die Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate musste etwa mit Krediten von anderen Banken und von der Bundesbank gestützt werden. Die Postbank sieht bei ihrer Refinanzierung keine Probleme. Die Bank habe durch die Spareinlagen ihrer gut 14 Millionen Kunden eine solide Basis, sagte Klein. In den "nächsten Jahren" habe sie zudem keine Notwendigkeit, sich über unbesicherte Geschäfte wie Inhaberschuldverschreibungen, Schuldscheine oder am Geldmarkt refinanzieren zu müssen.

Angesichts der Probleme an den Kapitalmärkten sei in Deutschland ein massiver Wettbewerb um Spareinlagen von Kunden ausgebrochen. Klein betonte, trotz der Krise und des Einstiegs der Deutschen Bank an den Ergebniszielen "noch" festzuhalten. Bis 2010 will die Postbank ihren Vorsteuergewinn auf 1,45 Milliarden Euro steigern.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.