Donnerstag, 21. November 2019

Krisenticker G7-Staaten verkünden Aktionsplan

Die sieben führenden Industrieländer G7 haben sich auf einen Aktionsplan gegen die Finanzkrise verständigt. Die Lage verlange "außergewöhnliche Maßnahmen", heißt es in einem am Freitagabend veröffentlichten Papier. Die Staaten reagieren auf einen dramatischen Kursverfall an den Weltbörsen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

00.23 Uhr: Der mm.de-Krisenticker macht am Wochenende Pause. Ab Montag gibt es dann zusätzlich zur gewohnten Berichterstattung auch wieder brandaktuelle News an dieser Stelle.

00.10 Uhr: Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) haben einen gemeinsamen Aktionsplan zur Überwindung der globalen Finanzkrise beschlossen. Dieser sieht vor, den Zusammenbruch großer Banken "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln" zu verhindern, wenn dieser schwerwiegende Folgen für das gesamte Finanzsystem zu haben droht, wie aus einer am Freitagabend in Washington veröffentlichten Erklärung des gastgebenden US-Finanzministeriums hervorgeht. Die Vertreter der USA, Japans, Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Kanadas und Italiens seien sich "einig, dass die gegenwärtige Lage dringendes und außergewöhnliches Handeln erfordert", hieß es in der Erklärung.

Die G7-Finanzminister vereinbarten demnach einen Fünf-Punkte-Plan, in dem sie sich verpflichten "weiter zusammenzuarbeiten, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, die Kreditströme wieder herzustellen und globales Wirtschaftswachstum zu fördern". Dazu wollen die Regierungen sicherstellen, "dass Banken und andere Finanzinstitutionen breiten Zugang zu Finanzmitteln haben". Die Minister waren in der US-Hauptstadt vor dem Hintergrund einer historischen Talfahrt der weltweiten Börsen in der Folge der globalen Finanzkrise und am Vorabend der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Washington zusammengekommen.

Ungläubiges Staunen: Der Dow befindet sich auf einer beispiellosen Achterbahnfahrt
Getty Images
Ungläubiges Staunen: Der Dow befindet sich auf einer beispiellosen Achterbahnfahrt
22.37 Uhr: In der Hoffnung auf ein entschlossenes Handeln der G7-Staaten haben sich die US-Börsen am Freitag von ihrem Sturz ins Bodenlose erholt. Die Händler erwarteten ein klares Signal der Industrieländer zur Auflockerung der Kreditklemme."Wir steigen ein, weil wir darüber spekulieren, was die G7 über das Wochenende beschließen wird", sagte ein Händler.

22.29 Uhr: Der breiter gefasste S&P-500 rutschte um 1,2 Prozent auf 899 Zähler ab und blieb damit unter der psychologisch wichtigen Marke von 900 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbuchte dagegen ein Plus von 0,3 Prozent auf 1649 Punkte. Kurz vor Handelsschluss hatten Schnäppchenjäger für steigende Preise im Dow gesorgt und so ein Debakel wie am Vortag verhindert.

22.07 Uhr: Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen schließt mit dem achten Tagesverlust in Serie. Das Minus von 1,5 Prozent fällt aber vergleichsweise gering aus. Am Vortag war es 7,3 Prozent in den Keller gegangen, ein ähnliches Szenario drohte lange auch am Freitag. Dennoch ist es die schwärzeste Woche aller Zeiten für den US-Index.

21.49 Uhr: Wie schon beinahe den ganzen Tag führen Finanzwerte wie JP Morgan und Bank of America den Dow Jones an. Der pendelt derzeit um den Vortageswert.

21.36 Uhr: Der Dow zündet den Turbo: plus 3,3 Prozent.

21.34 Uhr: Nun wird aus der Erholung fast schon eine kleine Rallye. Plus 2 Prozent im Dow.

21.28 Uhr: Und schon ist es passiert. Der Dow legt 0,6 Prozent im Vergleich zum Vortag zu. Aktueller Stand: 8619 Punkte.

21.24 Uhr: Der grüne Bereich rückt für den Dow in Sichtweite. Er steht nur noch ein Prozent im Minus.

Ist offenbar unter der Haube: Die strudelnde Bank Wachovia kann von Wells Fargo übernommen werden
21.15 Uhr: Die US-Bank Wells Fargo darf die angeschlagene Konkurrentin Wachovia Börsen-Chart zeigen übernehmen. Die US-Wettbewerbsbehörde stimmte dem Vorhaben am Freitag ohne Auflagen zu. Rivale Citigroup hatte sich in der Nacht aus der Bieterschlacht zurückgezogen, will aber seine Schadensersatzansprüche gegen Wells Fargo weiter verfolgen.

Wachovia hatte zunächst einen Kaufvorvertrag für das Privat- und Firmenkundengeschäft mit Citigroup Börsen-Chart zeigen abgeschlossen, war anschließend aber auf ein komplettes Übernahmeangebot von Wells Fargo eingegangen.

21.12 Uhr: Offenbar wollen sich die Investoren in New York nicht gegenseitig das Wochenende vermiesen. Der Dow legt einen Zwischensprint ein und erreicht 8391 Punkte, das Minus beträgt noch 2,2 Prozent.

21.07 Uhr: Anschnallen für die letzte Handelsstunde in New York. Gestern brachen an der Wall Street spät noch alle Dämme. Heute dümpelt der Dow Jones meist lethargisch zwischen 3 und 5 Prozent im Minus. Aktuell notiert er bei 8212 Punkten, also 4,3 Prozent schwächer als gestern.

20.45 Uhr: Der Euro hat am Freitagabend seine Tagesverluste ausgeweitet und damit weiterhin unter den Turbulenzen der Finanzkrise gelitten. Zuletzt notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,3311 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,3579 (Donnerstag: 1,3682) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7364 (0,7309) Euro. Angesichts fallender Aktienkurse holten sich viele amerikanische Anleger ihr Geld aus dem Ausland zurück, sagte Rainer Sartoris, Devisenexperte vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Dies erhöhe die Nachfrage nach dem Dollar. Zudem hoffen die Anleger Händlern zufolge, dass die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrienationen (G7) auf ihrem Treffen in Washington an diesem Freitag neue Wege zur Bewältigung der globalen Kreditkrise aufzeigen werden.

20.10 Uhr: Der US-Markt dreht wieder. Der Dow ist nur noch 4,3 Prozent im Minus, 8209 Punkte zählt er nun.

Treffpunkt in Paris: Der Elysée-Palast ist am Sonntag Schauplatz eines Krisentreffens der Euro-Staats- und Regierungschefs
19.56 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone kommen am Sonntag in Paris zu einem Sondergipfel zusammen, um über Lösungswege aus der Finanzkrise zu beraten. Das französische Präsidialamt teilte am Freitag mit, die Politiker der 15 Mitgliedstaaten würden mit der Europäischen Zentralbank (EZB) einen gemeinsamen Aktionsplan aufstellen. Das kurzfristig einberufene Sondertreffen auf Einladung des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy will nach Angaben aus Berliner Regierungskreisen "ein kohärentes und abgestimmtes Vorgehen" unter den Partnern abstimmen. Es würden alle Optionen geprüft. Festlegungen gebe es nicht.

19.50 Uhr: Der Dow-Jones-Index fällt wieder unter 8000 Punkte und notiert kurzzeitig bei 7990 Punkten. Das ist ein Minus von knapp 7 Prozent.

19.30 Uhr: Die wichtigsten osteuropäischen Börsen sind am Freitag mit teilweise herben Verluste aus dem Handel gegangen. Der Prager Leitindex PX brach um 14,94 Prozent auf 889 Zähler ein und notierte damit fast auf einem Vierjahrestief. Die Warschauer Börse ging im Einklang mit den weltweiten Börsen mit deutlichen Verlusten aus dem Handel. Der WIG-20 fiel um 8,10 Prozent auf 1992 Zähler.

19.16 Uhr: Der Dow Jones notiert weiterhin im tiefroten Bereich und liegt bei 8159 Punkten. Das ist ein Tagesverlust von 4,9 Prozent.

Öl wird billiger: Die Nachfrage sinkt, Autofahrer hoffen
18.41 Uhr: Der Ölpreis ist am Freitag um 7 Prozent auf zeitweise weniger als 80 Dollar gefallen. Nun hoffen Autofahrer auf sinkende Benzinpreise.

17.37 Uhr: Der Dax schließt bei 4544 Punkten. Damit hat er heute 7 Prozent verloren. Es ist einer der schwächsten Börsentage im Dax in den vergangenen 20 Jahren, wie eine Übersicht zeigt.

17 Uhr: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der schwer angeschlagenen Hypothekenbank Hypo Real Estate, Kurt Viermetz, tritt zurück. Viermetz habe heute sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats niedergelegt, teilte die HRE mit. Sein Amt werde vorübergehend von seinem bisherigen Stellvertreter Klaus Pohle wahrgenommen. In dieser Woche hatte sich bereits der ehemalige HRE-Chef Georg Funke dem öffentlichen Druck gebeugt und war zurückgetreten.

"Wir kommen zusammen hier raus": US-Präsident Bush wird in wenigen Monaten aus dem Weißen Haus rauskommen
16.45 Uhr: US-Präsident George W. Bush hat den US-Bürgern versichert, dass der Rettungsplan seiner Regierung für die Finanzmärkte groß genug sei, aber Zeit brauche, um zu greifen. In einer Ansprache im Rosengarten des Weißen Hauses sagte er, seine Regierung unternehme alles, was in ihrer Kraft stehe, um mit dem Problem fertig zu werden. Dazu arbeite sie auch mit ihren Partnern in der Welt zusammen. "Wir stecken hier zusammen drin und wir kommen zusammen hier raus", sagte Bush.

16,35 Uhr: Finanzkrise, anyone? Aktien der Bank of America Börsen-Chart zeigen, von JP Morgan, Wells Fargo und der Citigroup Börsen-Chart zeigen notieren deutlich im Plus, nachdem sie jeweils im Minus gestartet waren. Einige Marktteilnehmer halten ausgewählte Titel der Finanzbranche offenbar für überverkauft und liefern sich nun ein Kräftemessen mit den Marktteilnehmern, die auf weitere Kursverluste der US-Bankentitel setzen. Das Resultat sind extreme Schwankungen - wie das Tauziehen ausgeht, wird sich erst zur Schlussglocke zeigen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen notiert unterdessen wieder rund 3 Prozent im Minus.

16.15 Uhr: Der Dow Jones dreht ins Plus. Noch vor 30 Minuten hatte der Index bei minus 7 Prozent notiert.

Nachdem die ersten Verkaufsorders abgearbeitet ist, schnellt der Index wieder nach oben.

15.49 Uhr: Life is a rollercoaster. Wenige Minuten später erholt sich der Dow Jones auf 8372 Punkte.

15.36 Uhr: Innerhalb von sechs Minuten verliert der Dow Jones knapp 700 Punkte und fällt klar unter die Marke von 8000 Zählern.

15.30 Uhr: Neue Verkaufswelle an der Wall Street. Die Börsen in New York haben am Freitag ihre massiven Vortagesverluste noch ausgeweitet.

14.52 Uhr: Die US-Exporteure haben im August den stärksten Umsatzrückgang seit mehr als vier Jahren verzeichnet. Sie verkauften Waren und Dienstleistungen im Wert von 164,7 Milliarden Dollar ins Ausland und damit zwei Prozent weniger als im Vormonat, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Wegen sinkender Ölpreise und der schwächeren Nachfrage durch die Konjunkturabschwung schrumpften die Importe noch deutlicher. Sie gingen um 2,4 Prozent auf 223,9 Milliarden Dollar zurück.

Seite 1 von 3

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung