Krisenticker Dow Jones kollabiert zum Handelsschluss

Bis 20 Minuten vor der Schlussglocke hatte der Dow noch 100 Punkte im Plus notiert und die Hoffnung gestärkt, dass die Zinssenkungen ihre Wirkung entfalten. Doch dann setzte eine neue Verkaufswelle ein - der US-Leitindex verlor binnen 20 Minuten 300 Punkte und schloss erneut tief im Minus. Dem Dax droht nun ein weiterer Schlag.

22.55 Uhr: Sechs Handelstage in Folge hat der Dow Jones nun nachgegeben. Und es droht weiterer Gegenwind: Ab Donnerstag sollen an der Wall Street die umstrittenen Börsenwetten auf fallende Kurse bei Finanzwerten wieder erlaubt sein. Die Verbotsfrist von drei Wochen läuft, anders als in Europa, morgen aus.

22.05 Uhr: Handelsschluss an der New Yorker Wall Street. Der Dow schließt knapp 200 Punkte (2,0 Prozent) im Minus bei 9258 Punkten, obwohl er bis kurz vor der Schlussauktion noch im grünen Bereich notierte. Doch wie so oft in den vergangenen Tagen setzte in den letzten Handelsminuten eine breite Verkaufswelle ein, die alle noch verbliebenen Optimisten überrollte. "Take the money and run" lautet derzeit die Devise an der Wall Street - sie zeigt gleichzeitig die Ohnmacht der Zentralbanken während der aktuellen Krise.

Auch der Technologieindex Nasdaq Composite, bis 21.45 Uhr noch mehr als 2 Prozent im Plus, beendet den Handelstag mit einem Verlust von 0,8 Prozent. Die kurze Erholung wurde von zahlreichen Anlegern zum Ausstieg genutzt. Investoren schichten ihr verbliebenes Geld in vermeintlich sichere Häfen um.

21.55 Uhr: Das ist bitter. Im späten Handel hatte sich der US-Leitindex Dow Jones aus der Talsohle herausgekämpft und hielt bis 20 Minuten vor Handelsschluss einen Gewinn von rund 100 Punkten - doch jetzt geht es erneut steil nach unten. Binnen 15 Minuten verliert der Leitindex 250 Zähler.

21.30 Uhr: Hoffnungsschimmer: 30 Minuten vor Handelsschluss in New York notiert der Dow Jones noch 112 Punkte (1,2 Prozent) im Plus bei 9550 Punkten, der Technologieindex Nasdaq Composite gewinnt 2,5 Prozent. Beide Indizes hatten zeitweise deutlich im Minus notiert und Mehrjahrestiefs getestet, der Dow war bis auf 9208 Zähler abgesackt.

Eine Stabilisierung am heutigen Tag ist ungeheuer wichtig, da die EZB, die Bank of England und die Fed parallel die Leitzinsen um jeweils 50 Basispunkte gesenkt haben: Halten Dow und Nasdaq ihre Gewinne, besteht die Hoffnung, dass sich die Situation zumindest ein wenig stabilisiert. Experten streiten darüber, ob dieser letzte Schuss der US-Notenbank die Panik an den Märkten noch stoppen kann.

20.00 Uhr: Die Weltgewerkschaftsbünde fordern angesichts der Finanzkrise das Eingreifen der G7-Staaten, um einen Einbruch der Realwirtschaft zu verhindern. In einem offenen Brief an das G7-Finanzministertreffen am Freitag in Washington forderten sie, über abgestimmte Zinssenkungen hinaus zu gehen. Die Regierungen sollten Programme für Infrastrukturinvestitionen, aber auch direkte Steuer- und Ausgabenprogramme auf den Weg bringen, forderten die Chefs der Gewerkschaftsbünde ITUC, ETUC und TUAC am Mittwochabend in Paris.

19.39 Uhr: Die von der Finanzkrise gebeutelte US-Großbank Citigroup  treibt ihre Umstrukturierung voran: Das Institut verkauft ihre indische Verwaltungssparte für rund 505 Millionen Dollar an die einheimische Tata Consultancy Services (TCS). Ferner will sich das Unternehmen von 8000 externen Hypothekenmaklern trennen.

19.25 Uhr: Die Aktienindizes an der New Yorker Börse berappeln sich. Der Dow Jones  notiert am Abend leicht im Minus, nachdem er zwischenzeitlich sogar ins Plus gedreht war. Der Technologieindex Nasdaq Composite  pendelt um seinen Vortagesschluss bei 1755 Punkten.

18.40 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sieht bislang keinen Bedarf für staatliche Übernahmen in Deutschland nach dem Vorbild Großbritanniens. Der deutsche Bankensektor sei bislang zwar schlimm genug, aber weniger stark von der Finanzkrise betroffen, sagte Steinbrück in einem Interview mit dem "Handelsblatt" (Donmnerstagausgabe). "Das kann sich aber ändern, weil die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung derzeit viel zu hoch sind", fügte Steinbrück hinzu.

18.15 Uhr: An der New Yorker Wall Street bauen die führenden Aktienindizes ihre Verluste weiter aus. Der Dow Jones  rutscht um 2,50 Prozent auf 9215 Zähler ab. Der Technologie-Index Nasdaq Composite  verliert 2,30 Prozent auf 1715 Punkte.

17.35 Uhr: Der Dax  beendet den Xetra-Handel am Mittwoch mit Verlusten von 5,9 Prozent oder 313 Punkten auf 5013 Zähler. Die Wirkung der Zinssenkungen der wichtigsten Notenbanken weltweit ist damit verpufft. In New York notieren die Indizes zum Handelsschluss in Deutschland ebenfalls im tiefroten Bereich.

17.23 Uhr: Das Mainzer Solarunternehmen Schott Solar sagt seinen Börsengang ab. Die Emission werde auf unbestimmte Zeit verschoben, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Das Umfeld sei "umwerfend schlecht". Dies sei zu Beginn des Prozesses für den Börsengang nicht absehbar gewesen. Ursprünglich sollte der Börsengang an diesem Donnerstag (9. Oktober) über die Bühne gehen.

Damit verbleibt in diesem Jahr nur noch die Deutsche Bahn als Börsenkandidat. Wegen der Finanzkrise machen sich aber immer mehr Politiker für eine Verschiebung des Bahn-Börsengangs stark. Die Grünen riefen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, den geplanten Börsenstart am 27. Oktober zu stoppen. Die Verkehrsminister der Länder sprachen sich ebenfalls für eine Verschiebung aus.

17.15 Uhr: Die Bundesregierung wird offenbar ihre Erwartung an das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr deutlich zurücknehmen. Die Prognose werde voraussichtlich unter 0,5 Prozent liegen, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Bisher war die Regierung von einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes um 1,2 Prozent ausgegangen. Offiziell wird die neue Regierungsprognose am 16. Oktober veröffentlicht.

16.48 Uhr: Die Nervosität an den Märkten steigt

16.48 Uhr: Die Nervosiät an den Märkten steigt. In New York fällt der Dow Jones  nach einem kurzen Erholungsversuch wieder mit rund 2 Prozent in den roten Bereich. Auch der Dax baut seine Verluste aus und rutscht erneut unter die Marke von 5000 Punkten.

16.15 Uhr: Frankreich gründet eine staatliche Rettungsgesellschaft, um von der Pleite bedrohte Banken aufzufangen. Paris werde eine durch den Staat gehaltene " juristische Struktur" schaffen, die "finanziell eingreifen" solle, wenn Banken in Gefahr gerieten, sagte Regierungschef François Fillon am Mittwoch vor der Nationalversammlung. Demnach soll das Parlament die Gesellschaft mit einer staatlichen Garantie ausstatten, damit diese ohne Verzögerungen über "das notwendige Kapital für ein Eingreifen" verfüge. Die Gesellschaft könne dabei auch vorübergehend Anteile an bedrohten Instituten übernehmen.

16.00 Uhr: Der IWF sieht trotz der jüngsten Zinssenkungen der führenden Notenbanken weiteren Handlungsbedarf im Kampf gegen einen weltweiten Abschwung. Es seien möglicherweise weitere Zinssenkungen nötig, sagte IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard am Mittwoch in Washington. Er äußerte sich kurz nachdem die großen Notenbanken weltweit in einer konzertierten Aktion die Leitzinsen gesenkt hatten.

15.35 Uhr: Die Zinssenkungen der Notenbanken drohen an den Märkten zu verpuffen. Knapp zwei Stunden, nachdem EZB, Fed und Bank of England die Zinsen jeweils um 50 Basispunkte gesenkt haben, dreht der Dax erneut um rund 5 Prozent ins Minus und droht wieder unter die Marke von 5000 Zählern zu fallen. Der Grund: Auch die US-Börse startet trotz der Zinssenkungen im Minus, der Dow Jones fällt um mehr als 100 Punkte.

15.22 Uhr: Der US-Ölpreis ist am Mittwoch wegen der wachsenden Sorgen der Anleger vor einem Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft auf den tiefsten Stand des Jahres gefallen. Zeitweise rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im November auf 86,05 Dollar. Erst die Zinssenkungen führender Notenbanken der Welt in einer abgestimmten Aktion zur Bekämpfung der Finanzmarktkrise bremste die Talfahrt der Ölpreise. Am Nachmittag kostete ein Barrel US-Öl zuletzt 87,66 Dollar und damit 2,40 Dollar weniger als am Vortag.

15.00 Uhr: Die weltweite Finanzkrise zwingt die deutsche Wirtschaft nach IWF-Einschätzung im kommenden Jahr in eine Stagnation. Für 2008 erwartet der Internationalen Währungsfonds (IWF) in Deutschland noch ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. In seinem am Mittwoch in Washington vorgelegten Weltwirtschaftsausblick senkte der Fonds die globale Wachstumserwartung von 3,9 auf 3,0 Prozent.

14.18 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der Leitzinssenkung von sechs führenden Notenbanken eine "vertrauensbildende Maßnahme" in der internationalen Finanzkrise. Die Maßnahme sei hilfreich, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

14.15 Uhr: Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) hat die weltweite konzertierte Leitzinssenkung mehrerer Notenbanken begrüßt. Die abgestimmte Reaktion der Währungshüter unterstreiche insbesondere die weltweiten Bemühungen, Ruhe in die Märkte zu bringen und wieder Vertrauen zu schaffen, teilte der VÖB am Mittwoch in Berlin mit. Es sei zu erwarten, dass die Leitzinssenkung um 0,50 Prozentpunkte im Euroraum die Sorgen um eine konjunkturelle Abschwächung "deutlich mildern" werde.

13.50 Uhr: HRE-Kreditlinie zum Abruf bereit

13.50 Uhr: Die von der Bundesbank zugesagte Kreditlinie für den angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) in Höhe von 35 Milliarden Euro steht zum Abruf bereit. "Bei Bedarf können wir darauf zugreifen", sagte HRE-Sprecher Hans Obermeier am Mittwoch in München.

12.50 Uhr: In einer konzertierten Aktion senken wichtige Notenbanken weltweit am Mittwoch die Leitzinsen. Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss am Mittwoch, den Leitzins für die Euro-Zone um 0,5 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent zu senken. Auch die US-Notenbank Fed senkte ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf 1,5 Prozent. Die Bank of England senkte ihren Zinssatz um 0,5 Punkte auf 4,5 Prozent. Auch die Schweizer Notenbank senkte ihre Zinsen. Der Dax  grenzt seine Verluste auf 2,3 Prozent auf 5200 Punkte ein.

12.35 Uhr: Bundespräsident Horst Köhler ruft die Menschen in Deutschland wegen der Bankenkrise zur Besonnenheit auf. "Die Finanzkrise ist eine Belastung, aber kein Grund zur Panik", sagte er am Mittwoch. Jetzt müsse an einem solideren Banken- und Finanzsystem gearbeitet werden. Die Menschen in Deutschland könnten überzeugt sein, dass die Bundesregierung "das Nötige macht", sagte Köhler.

12.28 Uhr: Schweden stützt die größte Bank Islands mit einem Notfallkredit. Die schwedische Zentralbank stellte Kaupthing am Mittwoch bis zu fünf Milliarden Kronen (rund 516 Millionen Euro) zur Verfügung und gab bekannt, dass der schwedische Arm der Bank zum Verkauf stehe. Die Aktien von Kaupthing fielen in Stockholm um 34 Prozent, bevor sie vom Handel ausgesetzt wurden. Island steht wegen der Finanzkrise vor einem Kollaps seiner Wirtschaft.

12.24 Uhr: Angesichts des dramatischen Kurssturzes hat die Bank of America bei ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung massive Preiszugeständnisse machen müssen. Der zu den größten US-Banken zählende Finanzkonzern verkaufte die neuen Aktien für 22 Dollar je Anteil und damit mehr als zehn Dollar billiger als bei der Kapitalspritze angekündigt. Der Erlös liege knapp unter zehn Milliarden Dollar, teilte die Bank in New York mit.

12.19 Uhr: Die Bundesregierung hat das Londoner Rettungspaket für britische Banken begrüßt. Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen sagte am Mittwoch in Berlin, der Vorstoß der britischen Regierung trage zur Stabilisierung des heimischen Finanzsystems bei. Es habe vorab Informationen der britischen Regierung gegeben. Auch stehe der britische Vorstoß im Einklang mit den Prinzipien der EU- Finanzminister. Asmussen bekräftigte, dass die Bundesregierung keine Pläne für einen nationalen Rettungsschirm für alle deutschen Banken verfolge.

12.16 Uhr: Die Panik an den internationalen Aktienmärkten treibt die Anleger ins Gold. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) des Edelmetalls stieg am Mittwoch in der Spitze bis auf 914,58 Dollar. Zuletzt kostete eine Feinunze 908,55 Dollar und damit 21,90 Dollar mehr als am Vortag. Seit der vergangenen Woche ist der Goldpreis damit zeitweise nahezu 100 Dollar nach oben gesprungen.

12.03 Uhr: Die Deutsche Bank  rechnet im laufenden Jahr wegen der Finanzkrise branchenweit mit einem deutlichen Einbruch des Investmentbanking-Geschäfts. 2008 erwarte er bei den 15 größten Banken einen Rückgang der Kernerträge im Handelsgeschäft um rund 19 Prozent auf 110 Milliarden Euro, sagte Vorstandschef Josef Ackermann am Mittwoch in London laut einer im Internet veröffentlichten Präsentation. Dabei dürfte vor allem das Aktiengeschäft stark schrumpfen.

11.31 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will mit seinen G7-Kollegen in Washington über eine umfassendere Regulierung der Finanzbranche beraten, um die Krise einzudämmen. Steinbrück schlug in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an seine Kollegen aus den anderen führenden Industrienationen unter anderem vor, die für die US-Hypothekenkrise verantwortlichen innovativen Finanzinstrumente künftig immer in den Bilanzen auszuweisen, um Transparenz zu schaffen. Zudem müsse es mehr Liquiditätspuffer bei den Banken geben, um Engpässe zu vermeiden. Es müsse auch internationale Standards für die Haftung von Marktteilnehmern geben und Bezahlung und Anreizsysteme müssten verändert werden.

11.25 Uhr: Islands Regierung hat am Mittwoch die zweite große Bank in dieser Woche verstaatlicht. Die Behörden übernehmen die vollständige Kontrolle über die landesweit drittgrößte Bank Glitnir, wie die Finanzaufsicht in Reykjavik mitteilte. Die zweitgrößte Bank Landsbanki war am Vortag verstaatlicht worden.

11.12 Uhr: Der frühere Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, hat sich für eine Verstaatlichung notleidender Banken ausgesprochen. Kopper sagte der Wochenzeitung "Die Zeit": "Man sollte angeschlagenen Banken keine Garantien geben, sondern sie verstaatlichen. Der Staat übernimmt die Institute, rekapitalisiert sie und kann sie danach wieder privatisieren. Für den Staat aber kann es sich sogar lohnen: Er kauft in der Krise und verkauft, wenn es wieder besser geht."

In dem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview wehrt sich Kopper dagegen, die Gier der Banken für die Krise verantwortlich zu machen. "Ich kann dieses Wort, die Banken seien gierig, nicht mehr hören (...) Warum haben denn manche Leute Angst um ihre Spareinlagen? Vermutlich, weil sie das Geld jemandem gegeben haben, von dem sie verdammt wenig wissen. Der zahlt ihnen dann auch sieben Prozent, aber die beinhalten eine Zitterprämie. Wenn sie es zur Sparkasse um die Ecke bringen oder zur Deutschen Bank, bekommen sie weniger Zinsen, aber das Geld ist sicher."

10.09 Uhr: Griechenland garantiert Ersparnisse

10.40 Uhr: Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist weiter gesunken. Wie die Opec am Mittwoch in Wien berichtete, verbilligte sich der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl am Dienstag um 1,53 US-Dollar auf 80,04 Dollar im Vergleich zum Vortag. Die Opec berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.

10.09 Uhr: Griechenland will Ersparnisse bis zu 100.000 Euro über drei Jahre garantieren. Eine entsprechende Gesetzgebung solle verabschiedet werden, sagte Finanzminister George Alogoskoufis am Mittwoch.

09.49 Uhr: Dax fällt unter 5000 Punkte.

09.44 Uhr: Der italienische Finanzkonzern Unicredit  spricht mit potenziellen Investoren über einen Verkauf seiner Beteiligung beim italienischen Versicherer Generali. "Wir befinden uns in Gesprächen", sagte Unicredit-Chef Alessandro Profumo am Mittwoch ohne nähere Ausführungen.

09.43 Uhr: Nach dem fast vollständigen Zusammenbruch des Finanzsystems in Island haben die niederländischen Behörden Guthaben der isländischen Online-Bank Icesave beschlagnahmt. Das staatliche Inkasso-Büro NIB forderte Icesave Nederland - die niederländische Sparte der zur isländischen Bank Landsbanki gehörenden Internet-Firma - am Mittwoch zur Freistellung der Guthaben in den Niederlanden auf.

09.26 Uhr: Nach einem heftigen Kurssturz im Eröffnungsgeschäft hat die Moskauer Börse den Aktienindex MICEX vom Handel ausgesetzt. Von 9.05 MESZ bis zum 10. Oktober werde der Handel gestoppt, teilte der Börsenbetreiber mit. Das Börsenbarometer war in den ersten 35 Minuten um 14,35 Prozent gefallen.

09.18 Uhr: Stark belastet von den Kurseinbrüchen an den Weltbörsen ist auch der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch sehr schwach in den Handel gestartet. Der Dax  fiel in den ersten Handelsminuten um 3,76 Prozent auf 5126 Zähler. Der MDax  verlor 5,14 Prozent auf 5682 Punkte. Der TecDax  sackte um 7,18 Prozent auf 531,87 Zähler.

09.08 Uhr: Die schwedische Notenbank hat der schwedischen Tochter der isländischen Kaupthing Bank einen Kredit über fünf Milliarden schwedische Kronen eingeräumt. Der Gouverneur der Sveriges Rijksbank, Stefan Ingves, sagte am Mittwoch, die Bedingungen am isländischen Bankenmarkt hätten es der Kaupthing Sverige AB erschwert, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Um die finanzielle Stabilität in Schweden zu schützen und das Funktionieren der Finanzmärkte zu sichern, sei die Liquiditätshilfe für Kaupthing beschlossen worden. Die Bank sei als solvent eingestuft worden, habe aber vorübergehend Liquiditätsprobleme.

08.57 Uhr: Fast Market an Deutschlands Börse

08.57 Uhr: Deutsche Börse - Fast Market im Xetra-Handel ab sofort.

08.36 Uhr: Die britische Regierung kündigt einen Rettungsplan für Banken in Höhe von 200 Milliarden Pfund an. Zudem kündigte die Regierung an, Finanzspritzen in Höhe bis zu 50 Milliarden Pfund für die acht größten britischen Banken bereitzustellen.

08.35 Uhr: Die italienische Großbank Unicredit streicht Zeitungsberichten zufolge wegen der Finanzmarktkrise jede fünfte Stelle im Investmentbanking. 700 von bislang 3500 Arbeitsplätzen sollen im kommenden Jahr wegfallen, schreiben "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgaben) unter Berufung auf Unternehmenskreise.

08.13 Uhr: Stark belastet von den Kurseinbrüchen an den Weltbörsen wird auch der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch voraussichtlich sehr schwach eröffnen. Der XDax, der auf Basis des Dax-Futures den außerbörslichen Stand des deutschen Leitindex zeigt, lag um kurz nach 8.00 Uhr bei 5116 Punkten und damit rund 4 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Vortag.

07.53 Uhr: Angesichts der Finanzkrise suchen immer mehr private Anleger Sicherheit beim Gold. Wie die "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe) berichtet, werden Goldmünzen- und -barren in Deutschland zunehmend knapp, Händler nehmen schon keine Bestellungen mehr entgegen. "Die Anfrage übersteigt bei weitem unsere Kapazitäten", sagte der Leiter der Berliner Filiale des Edelmetall-Händlers Pro Aurum, Heiko Ganß, der Zeitung. Das gleiche Phänomen sei bundesweit bei Banken und Goldlieferanten zu beobachten. "Die Nachfrage kann momentan nicht mehr befriedigt werden", sagte ein Händler der Düsseldorfer WGZ-Bank.

07.35 Uhr: Die indonesische Börse hat am Mittwoch nach einem Einbruch von mehr als zehn Prozent den Handel ausgesetzt. "Diese Maßnahme soll einem weiteren Sturz der Aktienkurse vorbeugen und den Markt beruhigen", zitierte der seriöse Online-Nachrichtendienst Detik-com den Handelsdirektor der Börse, MS Sembiring. Der Indonesian Composite Index hatte bis dahin 10,38 Prozent auf 1 451 Punkte verloren. Besonders unter Druck waren die Aktien von Rohstoffkonzernen.

07.30 Uhr: Die Sorge vor einer Nachfrageschwäche wegen der anhaltenden Finanzkrise hat die Ölpreise am Mittwoch weiter unter Druck gesetzt. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West-Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November kostete am Morgen 88,89 Dollar und damit 1,17 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent ging um 1,07 Dollar auf 83,59 Dollar zurück.

06.47 Uhr: Dramatische Talfahrt an Tokios Börse: Der 225 Werte umfassende Nikkei hat am Mittwochnachmittag (Ortszeit) weiter massiv an Boden verloren. Um 13.37 Uhr Ortszeit notierte das fernöstliche Börsenbarometer einen Verlust von 640,01 Punkten oder 6,30 Prozent beim Stand von 9515,89 Punkten. Es ist das erste Mal seit August 2003, dass der Nikkei unter die Marke von 9600 Punkten gefallen ist.

Mittwoch, 04.47 Uhr: Angesichts der Folgen der Finanzkrise hat die japanische Zentralbank am Mittwoch erneut eingegriffen, um für Stabilität am Geldmarkt zu sorgen. Am 16. Handelstag in Folge pumpte die Bank of Japan erneut 1,5 Billion Yen (10,8 Milliarden Euro) in den Markt. Auf diese Weise versucht die Zentralbank die Kosten für kurzfristige Kredite im Interbankengeschäft zu drücken, um die Banken dazu zu bewegen, sich gegenseitig mehr Mittel zu leihen. Die von den Geldhäusern erhobenen Kosten sind gestiegen, weil das Vertrauen der Institute als Folge der globalen Finanzkrise stark angeschlagen ist.

Krisenticker: Bernanke deutet Zinssenkung an

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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