Samstag, 24. August 2019

Krisenticker Dow Jones kollabiert zum Handelsschluss

3. Teil: 13.50 Uhr: HRE-Kreditlinie zum Abruf bereit

13.50 Uhr: Die von der Bundesbank zugesagte Kreditlinie für den angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) in Höhe von 35 Milliarden Euro steht zum Abruf bereit. "Bei Bedarf können wir darauf zugreifen", sagte HRE-Sprecher Hans Obermeier am Mittwoch in München.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet: In einer konzertierten Aktion haben wichtige Notenbanken am Mittwoch ihre Leitzinsen gesenkt.
12.50 Uhr: In einer konzertierten Aktion senken wichtige Notenbanken weltweit am Mittwoch die Leitzinsen. Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss am Mittwoch, den Leitzins für die Euro-Zone um 0,5 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent zu senken. Auch die US-Notenbank Fed senkte ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf 1,5 Prozent. Die Bank of England senkte ihren Zinssatz um 0,5 Punkte auf 4,5 Prozent. Auch die Schweizer Notenbank senkte ihre Zinsen. Der Dax Börsen-Chart zeigen grenzt seine Verluste auf 2,3 Prozent auf 5200 Punkte ein.

12.35 Uhr: Bundespräsident Horst Köhler ruft die Menschen in Deutschland wegen der Bankenkrise zur Besonnenheit auf. "Die Finanzkrise ist eine Belastung, aber kein Grund zur Panik", sagte er am Mittwoch. Jetzt müsse an einem solideren Banken- und Finanzsystem gearbeitet werden. Die Menschen in Deutschland könnten überzeugt sein, dass die Bundesregierung "das Nötige macht", sagte Köhler.

12.28 Uhr: Schweden stützt die größte Bank Islands mit einem Notfallkredit. Die schwedische Zentralbank stellte Kaupthing am Mittwoch bis zu fünf Milliarden Kronen (rund 516 Millionen Euro) zur Verfügung und gab bekannt, dass der schwedische Arm der Bank zum Verkauf stehe. Die Aktien von Kaupthing fielen in Stockholm um 34 Prozent, bevor sie vom Handel ausgesetzt wurden. Island steht wegen der Finanzkrise vor einem Kollaps seiner Wirtschaft.

12.24 Uhr: Angesichts des dramatischen Kurssturzes hat die Bank of America bei ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung massive Preiszugeständnisse machen müssen. Der zu den größten US-Banken zählende Finanzkonzern verkaufte die neuen Aktien für 22 Dollar je Anteil und damit mehr als zehn Dollar billiger als bei der Kapitalspritze angekündigt. Der Erlös liege knapp unter zehn Milliarden Dollar, teilte die Bank in New York mit.

12.19 Uhr: Die Bundesregierung hat das Londoner Rettungspaket für britische Banken begrüßt. Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen sagte am Mittwoch in Berlin, der Vorstoß der britischen Regierung trage zur Stabilisierung des heimischen Finanzsystems bei. Es habe vorab Informationen der britischen Regierung gegeben. Auch stehe der britische Vorstoß im Einklang mit den Prinzipien der EU- Finanzminister. Asmussen bekräftigte, dass die Bundesregierung keine Pläne für einen nationalen Rettungsschirm für alle deutschen Banken verfolge.

12.16 Uhr: Die Panik an den internationalen Aktienmärkten treibt die Anleger ins Gold. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) des Edelmetalls stieg am Mittwoch in der Spitze bis auf 914,58 Dollar. Zuletzt kostete eine Feinunze 908,55 Dollar und damit 21,90 Dollar mehr als am Vortag. Seit der vergangenen Woche ist der Goldpreis damit zeitweise nahezu 100 Dollar nach oben gesprungen.

Abwärts mit dem Investmentbanking: Deutsche-Bank-Chef Ackermann erwartet einen Rückgang um 19 Prozent
12.03 Uhr: Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen rechnet im laufenden Jahr wegen der Finanzkrise branchenweit mit einem deutlichen Einbruch des Investmentbanking-Geschäfts. 2008 erwarte er bei den 15 größten Banken einen Rückgang der Kernerträge im Handelsgeschäft um rund 19 Prozent auf 110 Milliarden Euro, sagte Vorstandschef Josef Ackermann am Mittwoch in London laut einer im Internet veröffentlichten Präsentation. Dabei dürfte vor allem das Aktiengeschäft stark schrumpfen.

11.31 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will mit seinen G7-Kollegen in Washington über eine umfassendere Regulierung der Finanzbranche beraten, um die Krise einzudämmen. Steinbrück schlug in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an seine Kollegen aus den anderen führenden Industrienationen unter anderem vor, die für die US-Hypothekenkrise verantwortlichen innovativen Finanzinstrumente künftig immer in den Bilanzen auszuweisen, um Transparenz zu schaffen. Zudem müsse es mehr Liquiditätspuffer bei den Banken geben, um Engpässe zu vermeiden. Es müsse auch internationale Standards für die Haftung von Marktteilnehmern geben und Bezahlung und Anreizsysteme müssten verändert werden.

Ex-Bankchef Kopper: "Ich kann dieses Wort, die Banken seien gierig, nicht mehr hören"
DDP
Ex-Bankchef Kopper: "Ich kann dieses Wort, die Banken seien gierig, nicht mehr hören"
11.25 Uhr: Islands Regierung hat am Mittwoch die zweite große Bank in dieser Woche verstaatlicht. Die Behörden übernehmen die vollständige Kontrolle über die landesweit drittgrößte Bank Glitnir, wie die Finanzaufsicht in Reykjavik mitteilte. Die zweitgrößte Bank Landsbanki war am Vortag verstaatlicht worden.

11.12 Uhr: Der frühere Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, hat sich für eine Verstaatlichung notleidender Banken ausgesprochen. Kopper sagte der Wochenzeitung "Die Zeit": "Man sollte angeschlagenen Banken keine Garantien geben, sondern sie verstaatlichen. Der Staat übernimmt die Institute, rekapitalisiert sie und kann sie danach wieder privatisieren. Für den Staat aber kann es sich sogar lohnen: Er kauft in der Krise und verkauft, wenn es wieder besser geht."

In dem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview wehrt sich Kopper dagegen, die Gier der Banken für die Krise verantwortlich zu machen. "Ich kann dieses Wort, die Banken seien gierig, nicht mehr hören (...) Warum haben denn manche Leute Angst um ihre Spareinlagen? Vermutlich, weil sie das Geld jemandem gegeben haben, von dem sie verdammt wenig wissen. Der zahlt ihnen dann auch sieben Prozent, aber die beinhalten eine Zitterprämie. Wenn sie es zur Sparkasse um die Ecke bringen oder zur Deutschen Bank, bekommen sie weniger Zinsen, aber das Geld ist sicher."

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