Donnerstag, 20. Juni 2019

Krisenticker Dow Jones kollabiert zum Handelsschluss

2. Teil: 16.48 Uhr: Die Nervosität an den Märkten steigt

16.48 Uhr: Die Nervosiät an den Märkten steigt. In New York fällt der Dow Jones Börsen-Chart zeigen nach einem kurzen Erholungsversuch wieder mit rund 2 Prozent in den roten Bereich. Auch der Dax baut seine Verluste aus und rutscht erneut unter die Marke von 5000 Punkten.

16.15 Uhr: Frankreich gründet eine staatliche Rettungsgesellschaft, um von der Pleite bedrohte Banken aufzufangen. Paris werde eine durch den Staat gehaltene " juristische Struktur" schaffen, die "finanziell eingreifen" solle, wenn Banken in Gefahr gerieten, sagte Regierungschef François Fillon am Mittwoch vor der Nationalversammlung. Demnach soll das Parlament die Gesellschaft mit einer staatlichen Garantie ausstatten, damit diese ohne Verzögerungen über "das notwendige Kapital für ein Eingreifen" verfüge. Die Gesellschaft könne dabei auch vorübergehend Anteile an bedrohten Instituten übernehmen.

16.00 Uhr: Der IWF sieht trotz der jüngsten Zinssenkungen der führenden Notenbanken weiteren Handlungsbedarf im Kampf gegen einen weltweiten Abschwung. Es seien möglicherweise weitere Zinssenkungen nötig, sagte IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard am Mittwoch in Washington. Er äußerte sich kurz nachdem die großen Notenbanken weltweit in einer konzertierten Aktion die Leitzinsen gesenkt hatten.

15.35 Uhr: Die Zinssenkungen der Notenbanken drohen an den Märkten zu verpuffen. Knapp zwei Stunden, nachdem EZB, Fed und Bank of England die Zinsen jeweils um 50 Basispunkte gesenkt haben, dreht der Dax erneut um rund 5 Prozent ins Minus und droht wieder unter die Marke von 5000 Zählern zu fallen. Der Grund: Auch die US-Börse startet trotz der Zinssenkungen im Minus, der Dow Jones fällt um mehr als 100 Punkte.

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15.22 Uhr: Der US-Ölpreis ist am Mittwoch wegen der wachsenden Sorgen der Anleger vor einem Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft auf den tiefsten Stand des Jahres gefallen. Zeitweise rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im November auf 86,05 Dollar. Erst die Zinssenkungen führender Notenbanken der Welt in einer abgestimmten Aktion zur Bekämpfung der Finanzmarktkrise bremste die Talfahrt der Ölpreise. Am Nachmittag kostete ein Barrel US-Öl zuletzt 87,66 Dollar und damit 2,40 Dollar weniger als am Vortag.

15.00 Uhr: Die weltweite Finanzkrise zwingt die deutsche Wirtschaft nach IWF-Einschätzung im kommenden Jahr in eine Stagnation. Für 2008 erwartet der Internationalen Währungsfonds (IWF) in Deutschland noch ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. In seinem am Mittwoch in Washington vorgelegten Weltwirtschaftsausblick senkte der Fonds die globale Wachstumserwartung von 3,9 auf 3,0 Prozent.

Kanzlerin Merkel: Die Regierungschefin begrüßt die Zinssenkung
14.18 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der Leitzinssenkung von sechs führenden Notenbanken eine "vertrauensbildende Maßnahme" in der internationalen Finanzkrise. Die Maßnahme sei hilfreich, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

14.15 Uhr: Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) hat die weltweite konzertierte Leitzinssenkung mehrerer Notenbanken begrüßt. Die abgestimmte Reaktion der Währungshüter unterstreiche insbesondere die weltweiten Bemühungen, Ruhe in die Märkte zu bringen und wieder Vertrauen zu schaffen, teilte der VÖB am Mittwoch in Berlin mit. Es sei zu erwarten, dass die Leitzinssenkung um 0,50 Prozentpunkte im Euroraum die Sorgen um eine konjunkturelle Abschwächung "deutlich mildern" werde.

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