Sonntag, 18. August 2019

Krisenticker Gewinn der Bank of America bricht ein

9. Teil: Die Adhoc der HRE und die Folgen

Samstag, 23 Uhr: Die vier größten europäischen Länder wollen in enger Abstimmung das von der Finanzkrise bedrohte Bankensystem stützen. Den von Banken geforderten europaweiten Auffang-Fonds für faule Kredite nach amerikanischem Vorbild soll es jedoch nicht geben. "Uns ist bewusst, welche Verantwortung auf unseren Schultern ruht - wir müssen das Vertrauen wiederherstellen", sagte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nach dem von ihm kurzfristig einberufenen Sondertreffen am Samstag in Paris. Dies bedeutet auch, dass Deutschland die Krise der HRE zunächst alleine meistern muss.

Samstag, 20.30 Uhr: Das Finanzloch beim Münchner Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) ist womöglich deutlich größer als bisher bekannt: Statt der bereits abgesicherten 35 Milliarden Euro könnte sich der Finanzbedarf allein bis Jahresende auf bis zu rund 50 Milliarden Euro belaufen. Bis Ende 2009 ist demnach sogar von einem Finanzbedarf von bis zu 100 Milliarden Euro die Rede.

Samstag, 20 Uhr: Die privaten Banken sind laut Presseberichten aus der geplanten 35-Milliarden-Euro-Bürgschaft ausgestiegen. Die Deutsche Bank habe bei einer Prüfung festgestellt habe, dass der kurzfristige Kredit von 15 Milliarden Euro und die langfristige Refinanzierung von 35 Milliarden Euro bis in die zweite Jahreshälfte 2009 nicht ausreichen, meldet die "Welt am Sonntag" vorab.

Samstag, 19.44 Uhr: Die Hypo Real Estate teilt in einer Adhoc-Meldung mit, dass das geplante, 35 Milliarden Euro schwere Rettungspaket gescheitert sei. Die Meldung lautet im Wortlaut: "Das letzte Woche der Hypo Real Estate Group zugesagte und angekündigte Rettungspaket in einer Gesamthöhe von bis zu Euro 35 Milliarden für einen Zeitraum bis in 2009 ist derzeit nicht länger gültig. Die vorgesehenen Maßnahmen sahen zunächst eine Liquiditätslinie einer Gemeinschaft mehrerer beteiligter Finanzinstitute vor. Diese Zusage wird nicht aufrechterhalten. Die Gruppe prüft die daraus drohenden Konsequenzen für die Einheiten des Konzerns. Es wird nach alternativen Maßnahmen gesucht.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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