Mittwoch, 19. Juni 2019

Krisenticker Gewinn der Bank of America bricht ein

8. Teil: 17 Uhr: Staatsgarantien für Spareinlagen

17.45 Uhr: Der Finanzkonzern Hypo Real Estate dementiert Medienberichte über einen deutlich erhöhten Finanzbedarf. "Auf Basis der heutigen Datenlage ist ein Liquiditätsbedarf in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro abwegig", sagt ein Sprecher der Bank am Sonntagabend.

17 Uhr: Die Bundesregierung stellt erstmals eine Staatsgarantie für Spareinlagen in Aussicht. "Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag in Berlin. "Auch dafür steht die Bundesregierung ein." Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) betonte: "Sparerinnen und Sparer in Deutschland müssen nicht befürchten, auch nur einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren."

Wie es in Regierungskreisen hieß, würde damit über die bisherigen Sicherungssysteme hinaus eine Staatsgarantie für private Spareinlagen in ganz Deutschland greifen, und zwar bis zu einer Gesamtsumme von 568 Milliarden Euro. Bislang waren Einlagen bis zu 20.000 Euro je Sparer geschützt.

16 Uhr: Finanzminister Steinbrück betont, dass die Risiken der HRE nicht allein Steuerzahlern aufgebürdet werden können. Man arbeite "mit Hochdruck" an einer Lösung für die angeschlagene Hypo Real Estate. Allerdings lehne es die Bundesregierung ab, "von diesem Bankeninstitut in eine Art Mitverantwortung dafür gezogen zu werden, dass Risiken einseitig auf die Steuerzahler darüber verlagert werden." Er sei "entsetzt" über das Management der HRE, nachdem "ein weiteres Liquiditätsloch in ungeahnter Milliardenhöhe" aufgetaucht sei, sagte Steinbrück.

15.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt in einer Erklärung in Berlin eine rasche Lösung für die HRE an. "Die Bundesregierung sagt am heutigen Tag, dass wir nicht zulassen werden, dass die Schieflage eines Finanzinstitutes zur Schieflage des gesamten Systems führt wird", sagte Merkel. Der Schaden für Deutschland und viele Finanzdienstleister in Europa wäre im Falle einer Pleite der HRE "unabsehbar groß", ergänzt Steinbrück. Wie verlautete, sollen an einem zweiten Rettungsplan für die HRE nicht nur die Privatbanken, sondern auch die Versicherer einbezogen werden.

14 Uhr: Zahlreiche Großbanken betonen angesichts der Zuspitzung der Krise, dass ihre Liquiditätsversorgung ausreichend sei. "Der Bedarf an Liquidität ist bei der Deutschen Bank jeden Tag mehrfach überdeckt", sagt zum Beispiel Hugo Bänziger, der Risikovorstand der Bank. Der Anteil des langfristig zugesagten Kapitals sei vorsichtshalber deutlich erhöht worden.

12 Uhr: Mit Spannung wird das für den Nachmittag angekündigte Statement von Kanzlerin Merkel erwartet. Gelingt es nicht, vor Börseneröffnung am Montag ein neues Rettungspaket für die HRE zu präsentieren, droht ein neues Beben an den Börsen.

10.30 Uhr: Während Krisenmanager der Regierung in Berlin tagen, beraten in Frankfurt am Main Spitzenvertreter der deutschen Banken über eine mögliche Rettung der HRE. Die Bankenvertreter sollen am späten Nachmittag zum Krisentreffen in Berlin hinzustoßen.

Sonntag, 10 Uhr: Der Immobilienfinanzierer HRE steht nach dem Scheitern des 35 Milliarden Euro schweren Rettungspakets am Abgrund. In Berlin kommen am Sonntagmorgen Vertreter von Bundesregierung, Finanzaufsicht und Bundesbank zusammen, um über ein zweites mögliches Rettungspaket zu beraten.

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