Donnerstag, 20. Juni 2019

Krisenticker Gewinn der Bank of America bricht ein

3. Teil: 16 Uhr: Fed pumpt und pumpt

16.26 Uhr: Die internationale Bankenkrise hat zum Wochenstart an der Börse im brasilianischen São Paulo Panik ausgelöst. Schon 18 Minuten nach dem Beginn der Geschäfte wurde der Handel am größten Aktienmarkt Lateinamerikas am Montag ausgesetzt, nachdem der Leitindex Bovespa um mehr als 10 Prozent abgesackt war. Nach einer halben Stunde wurde der Handel zunächst wieder aufgenommen.

15.41 Uhr: Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat Hilfen der EU zur Bewältigung der Finanzmarktkrise angekündigt. Die Regierungen würden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die finanzielle Stabilität der Märkte zu gewährleisten, sagte Berlusconi am Montag. Außerdem würden die EU-Staaten dafür sorgen, dass die Bürger ihre Spareinlagen nicht verlieren. Italienischen Regierungskreisen zufolge wollen führende europäische Politiker die Märkte mit einer gemeinsamen Erklärung beruhigen.

Will die Kreditvergabe stärken: Fed-Chef Ben Bernanke
15.06: Die US-Notenbank Fed gibt weiter Milliarden an frischer Liquidität in das immer mehr austrocknende Finanzsystem. Sie kündigte am Montag eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen an, um die Liquiditätsversorgung der angeschlagenen Geld- und Kreditmärkte sicherzustellen. Wie die Fed in Washington mitteilte, wird sie unter anderem die Höhe ihrer 28 und 84 Tage laufenden Dollarauktionen ab sofort auf jeweils 150 Milliarden Dollar ausweiten. Damit steigt das Gesamtvolumen dieses im Dezember 2007 zur Stabilisierung der Märkte aufgelegten speziellen Refinanzierungsprogramms auf 900 Milliarden Dollar.

Wie die Fed weiter mitteilte, wird sie außerdem Banken ab sofort Zinsen auf bei ihr gehaltene Mindestreserven zahlen. Der Zins werde zehn Basispunkte unterhalb des Leitzinses liegen, derzeit also bei 1,9 Prozent. Bislang bekommen die Banken von der Fed keinen Zins auf das bei ihr gehaltene Geld.

14.29 Uhr: Der Finanzkonzern Bank of America hat nach der Übernahme des großen US-Immobilienfinanzierers Countrywide einem Milliardenvergleich zugunsten amerikanischer Hausbesitzer zugestimmt. Rund 400.000 in Not geratene Kreditnehmer sollen Erleichterungen von insgesamt mehr als 8,4 Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro) erhalten. Die Einigung ist Behörden zufolge der bislang größte Vergleich dieser Art in den USA und soll den Weg für weitere Abkommen mit anderen Banken ebnen.

13.48 Uhr: Die isländische Börse in Reykjavik hat am Montag den Handel mit Aktien aus der Finanzbranche komplett gestoppt. Davon betroffen sind auch die größten Banken des Landes, Kaupthing, Glitnir und Landsbanki. Glitnir konnte in der Vorwoche nur durch Übernahme von 75 Prozent der Anteile durch die Regierung vor dem Zusammenbruch gerettet werden.

Auf Halde: Die europäischen Autohersteller leiden unter der Absatzflaute und fordern staatliche Hilfen
Ministerpräsident Geir Haarde kündigte Sofortmaßnahmen zur Sicherung des Finanzsektors an. Die isländischen Banken hatten in den letzten Jahren international extrem stark expandiert und gelten mit ihrem Kreditvolumen als viel zu groß für nationale Rettungsmaßnahmen auf der Nordatlantikinsel mit gut 300.000 Einwohnern. Mit einer Inflationsrate von 15 Prozent und Leitzinsen von 15,5 Prozent war Island schon vor Ausbruch der internationalen Finanzkrise stark angeschlagen.

13.42 Uhr: Die europäische Autoindustrie bittet die EU-Politik angesichts der andauernden Finanzkrise um Hilfe. Die Hersteller ersuchten die Europäische Union, eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen zu prüfen, hieß es in einer Erklärung des Hersteller-Verbandes ACEA am Montag in Brüssel. Es gehe um ein niedrig verzinstes Kreditpaket über 40 Milliarden Euro zur Entwicklung sparsamerer Fahrzeuge, sowie Anreize für Kunden, Autos, die älter als acht Jahre seien, auszutauschen. Solche Anreize könnten nach Einschätzung der Industrie 36 Monate gelten.

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