Finanzkrise Europas Regierungen schützen Sparer

Im Zuge der Finanzkrise wollen immer mehr Regierungen die Spareinlagen ihrer Bürger garantieren. So hoffen auch Dänemark und Österreich auf diese Weise, die Menschen zu beruhigen und Panikschlangen vor den Schaltern der Institute verhindern zu können.

Kopenhagen/Wien - Die dänische Regierung garantiert angesichts der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten alle Spareinlagen privater Kunden. Sie folgt damit dem Beispiel der deutschen Regierung, Irlands und Griechenlands.

Das Wirtschaftsministerium in Kopenhagen teilte am Montag mit, die private Kreditwirtschaft habe 35 Milliarden Kronen (4,63 Milliarden Euro) für einen Fonds zugesagt, der zwei Jahre lang die Einlagen von Kontoinhabern absichern solle. "Die internationale Finanzkrise hat Auswirkungen auf die Finanzmärkte in Dänemark, hat den Geldmarkt eingefroren und den Zugang zu Liquidität für viele Banken erschwert", hieß es in einer auf der Webseite des Ministeriums veröffentlichten Erklärung. Die Lage werde mit großer Sorge betrachtet, da "selbst gesunde Banken Schwierigkeiten haben, an Geld zu kommen", hieß es weiter.

Österreich verspricht höheren Sparerschutz

Auch Österreich will die privaten Spareinlagen bei Banken garantieren. Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer kündigte in Wien nach einem Bericht der österreichischen Nachrichtenagentur APA einen erhöhten gesetzlichen Sparer-Schutz an. Zuvor habe er mehrmals mit dem deutschen Finanzminister Peer Steinbrück telefoniert und sich mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer abgestimmt. Molterer betonte, dass damit nicht Steuergeld fließe, vielmehr gebe der Staat Sicherheit, die hoffentlich nie gebraucht werde.

Die Banken begrüßten den Schritt. Der Ministerrat soll sich am Mittwoch mit dem Thema befassen. Aus rein österreichischer Betrachtung wäre der Schritt nicht erforderlich, betonte Molterer. Man wollte aber einen Spareinlagen-Abfluss nach Deutschland unterbinden. Molterer wolle sich zur Ausgestaltung noch mit seinen Finanzminister-Kollegen in der EU abstimmen. Das sei ein europäisches Thema.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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