Citigroup/Wells Fargo Gezerre um Wachovia

Die angeschlagene US-Bank Wachovia wendet sich Wells Fargo zu - dabei galt der Teilverkauf an die Citigroup als sicher. Wells Fargo dagegen will das gesamte Institut per Aktientausch kaufen. Doch die Citibanker wehren sich.

New York - Überraschende Wende im Ringen um die Zukunft der US-Bank Wachovia : Vier Tage nach der angekündigten Notübernahme durch den Finanzkonzern Citigroup  ist mit der US-Großbank Wells Fargo ein anderer Käufer aufgetaucht. Die Wachovia-Spitze stimmte der Offerte von Wells Fargo bereits zu und empfahl auch den Aktionären die Annahme. Das teilten die beiden Institute am Freitag in New York mit.

Doch nun ist ein Übernahmekampf entbrannt. Citigroup ließ am Freitag verlauten, man beharre auf dem zu Wochenbeginn vereinbarten Kauf von Wachovia. Die Bank spricht von Vertragsbruch und forderte die beiden anderen Banken auf, das geplante Geschäft sofort zu beenden.

Wells Fargo bietet Wachovia eine Komplettübernahme durch einen Aktientausch an. Die Offerte bewertet Wachovia mit mehr als 15 Milliarden Dollar (10,8 Milliarden Euro) oder sieben Dollar je Aktie.

Die Citigroup wollte - unterstützt durch den staatlichen Einlagensicherungsfonds für Banken - lediglich einen Großteil von Wachovia übernehmen und dafür nur 2,2 Milliarden Dollar zahlen. Der Kauf durch Wells Fargo wäre eine schwere Niederlage für die Citigroup. Die Bank hatte mit Wachovia bisher lediglich eine grundsätzliche Vereinbarung, aber keine endgültige Abmachung.

Wells Frago und Wachovia würden gemeinsam zu einer der amerikanischen Topbanken im Geschäft mit Privatkunden aufsteigen. Für die Übernahme durch Wells Fargo sei anders als im Fall der ursprünglichen Citigroup-Pläne keine staatliche Unterstützung nötig, so die beiden Banken.

Die Wachovia-Aktie legte im vorbörslichen Handel um rund 70 Prozent zu. Die Aktie der Citigroup fiel dagegen stark.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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