Auftrag Hoffnung für Karmann

Karmann wird die Auftragsfertigung von Autos aufgeben. Aber für die neue Sparte der Elektromobile, die eine neue Einnahmequelle werden sollen, gibt es Hoffnung. Das Osnabrücker Traditionsunternehmen meldete gerade einen zweiten Großauftrag.

Osnabrück - Der Fahrzeughersteller Karmann - von akutem Auftragsmangel im Fahrzeugbau und massivem Personalabbau betroffene - hat einen neuen Auftrag für Elektroautos an Land gezogen. Gemeinsam mit dem niederländischen Partner DuraCar soll von 2009 an ein komplett elektrisch angetriebenes Kunststoff-Lieferfahrzeug produziert werden, teilte Karmann in Osnabrück mit.

Der Transporter wurde den Angaben zufolge vor allem für den kommunalen Verkehr entwickelt. Karmann soll als Auftragsfertiger fungieren. Für den Osnabrücker Autobauer ist es nach dem Auftrag für das Elektroauto EcoCraft der zweite Auftrag für ein elektrisch betriebenes Fahrzeug.

Karmann hatte am 18. September angekündigt, den klassischen Fahrzeugbau, bisher Kernstück des Unternehmens, beim weiteren Ausbleiben von Aufträgen aufgeben zu müssen. Trotz mehrmonatiger intensiver Bemühungen war es nicht gelungen, einen Auftrag aus der Automobilindustrie zu gewinnen. Stattdessen gingen im fraglichen Zeitraum vier Aufträge von Herstellern an den österreichischen Konkurrenten Magna Steyr. Mit der Aufgabe des Fahrzeugbaus ist der Abbau von zwischen 1200 bis 1700 weiteren Arbeitsplätzen verbunden.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Karmann Tausende Stellen gestrichen. Andere Unternehmensbereiche wie der Bau von Dachsystemen für Cabriolets sind nach Karmann-Angaben dagegen profitabel. Mit dem Bau von Elektrofahrzeugen will das Traditionsunternehmen ein neues Standbein aufbauen. Das neue Fahrzeug, das den Namen "Quicc" tragen soll, werde auf 100 Kilometern etwa zwei Euro wirtschaftlicher fahren als ein herkömmlicher Kleintransporter.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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