Volkswagen Bewerbung um US-Hilfen

Die US-Regierung will nicht nur die Finanzmärkte stützen, sondern auch 25 Milliarden Dollar an die amerikanischen Autobauer ausleihen. Zu diesem Kreis zählt VW demnächst ebenfalls, mit einem Werk in Tennessee. Konzernchef Martin Winterkorn sagte nun, dass er auch die Hand heben werde, wenn es um diese Förderung geht.

Paris - Volkswagen  will von den US-Staatshilfen für die amerikanische Autoindustrie profitieren. Zu gegebener Zeit werde VW die Hand heben, sagte Konzernchef Martin Winterkorn beim Pariser Autosalon.

VW - der Konzern plant den Beginn der Produktion in einem Werk in Tennessee - solle Zugang zu dem Hilfsprogramm haben, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. US-Präsident George W. Bush hatte am Dienstag ein Gesetz unterzeichnet, das 25 Milliarden Dollar Kredite für die Autobauer vorsieht.

Staatsgelder kämen Europas größtem Autobauer gerade recht. Laut Unternehmenskreisen muss Volkswagen angesichts der verschärften Finanzkrise einen sparsameren Kurs fahren.

"Wenn sich die Märkte weltweit weiter so dramatisch entwickeln, müssen wir über die Drosselung der Produktion nachdenken", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag am Rande des Pariser Autosalons. Besonders schwierig sei die Lage von Seat in Spanien, wo der Markt eingebrochen ist. "Wir müssen überlegen, wie wir die Volumenausfälle auffangen können", sagte die Person.

Winterkorn: Wachstum trotz Krise

Die langfristigen Ziele von Europas größtem Autokonzern seien davon zunächst nicht betroffen. Volkswagen will durch Absatz- und Produktivitätssteigerungen binnen zehn Jahren zu Weltweltmarktführer Toyota  aufschließen.

Trotz der Auswirkungen der Finanzkrise rechnet Konzernchef Martin Winterkorn für 2009 mit einem leichten Wachstum von Volkswagen bei Absatz und Umsatz. Auf der Autoschau in Paris haben bereits mehrere Spitzenmanager aus der Branche sich skeptisch über die Marktentwicklung im nächsten Jahr geäußert.

Hoffnungsschimmer Audi A2

Hoffnungsschimmer Audi A2

Konzerntochter Audi  hat im September ungeachtet des weltweit schwächelnden Automobilabsatzes deutlich mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Im Monatsvergleich sei der Absatz um 12,2 Prozent auf rund 95.000 Fahrzeuge gestiegen, sagte Audi-Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer am Donnerstag auf dem Pariser Autosalon. Besonders der neue A4 komme gut bei den Kunden an.

In den ersten neun Monaten lag das Absatzplus mit 762.000 verkauften Autos bei 2,9 Prozent. Das Absatzziel von mehr als einer Million Autos im Gesamtjahr bestätigte der Vertriebschef.

Besonders auf dem weltweit wichtigsten Automobilmarkt USA sei die Lage wegen der Kreditkrise derzeit schwierig, sagte Vorstandschef Rupert Stadler. Hier war der Absatz im September um 5,4 Prozent zurückgegangen. Dennoch habe Audi damit noch besser abgeschnitten als viele Wettbewerber. Er bleibe bei seinem Ziel, den Absatz in Übersee bis 2015 auf 200.000 zu verdoppeln. Im vergangenen Jahr hatte Audi in den USA rund 93.500 Autos verkauft.

Angesichts steigender Benzinpreise und schärferer Umweltauflagen werde Audi voraussichtlich auch eine Neuauflage des im Sommer 2005 eingestellten A2 bringen, sagte Stadler. "Der Audi A2 war ein Auto, das seiner Zeit weit voraus war. Ich glaube, dieses Produkt ist prädestiniert, um langfristig mal wieder zu zeigen, was man machen kann." Einen Zeitplan nannte Stadler aber noch nicht. "Wir brauchen noch eine Weile." Der A2 war das kleinste Fahrzeug in der Audi-Flotte, dessen Form als zu wenig sportlich kritisiert worden war.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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