Sia Abrasives Bosch, der weiße Ritter

Bosch kauft den Schweizer Schleifmittelhersteller Sia - und dem ist das ganz recht. Denn das unfreundliche Übernahmeangebot des bisherigen Großinvestors BBC erscheint den Schleifern zu niedrig. Für das Geschäft zahlt Bosch knapp 100 Millionen Euro an BBC.

Zürich - Der weltgrößte Autozulieferer Bosch will den Schweizer Schleifmittelhersteller Sia Abrasives für 350 Millionen Franken (150 Millionen Euro) kaufen. Bosch hat sich nach Angaben vom Donnerstag zunächst 40 Prozent gesichert und will für die restlichen Aktien ein öffentliches Kaufangebot abgeben. Der Sia-Verwaltungsrat steht hinter der Offerte und empfiehlt, sie anzunehmen.

Mit dem Deal will Bosch die Oberflächentechnologie im Geschäftsbereich Power Tools ausbauen und das bestehende Produktportfolio bei Schleifmitteln erweitern, teilte das Unternehmen mit. Bosch geht bei der Transaktion in zwei Schritten vor. Ein Aktienpaket von 40 Prozent wurde von der Firma Behr Bircher Cellpack (BBC) für 154 Millionen Franken (98 Millionen Euro) gesichert.

BBC war im Frühjahr im Einvernehmen mit der Firmenleitung bei Sia eingestiegen, hatte aber anscheinend andere Pläne gehegt, da die Beteiligung kontinuierlich aufgestockt wurde. Ende August kam es dann zum öffentlichen Bruch zwischen den einstigen Kompagnons, da BBC ein Übernahmeangebot von 385 Franken je Aktie vorgelegte, was Sia als zu niedrig ablehnte.

Bosch will mit 435 Franken je Aktie in bar 13 Prozent mehr zahlen. Am Mittwoch lag der Kurs bei 388 Franken. Die offizielle Offerte soll in den nächsten sechs Wochen folgen. Die UBS fungiert als finanzieller Berater und durchführende Bank.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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