CSU Huber tritt zurück - Seehofer soll's richten

CSU-Chef Erwin Huber hat seinen Rücktritt erklärt. Zum Nachfolger soll Landwirtschaftsminister Horst Seehofer gewählt werden. Auch Generalsekretärin Christine Haderthauer geht nach dem gestrigen Wahldebakel der CSU. Ministerpräsident Günther Beckstein bleibt im Amt.

München - Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat Konsequenzen aus dem Debakel bei der bayerischen Landtagswahl gezogen und seinen Platz für Horst Seehofer geräumt. Nach einer nächtlichen Krisensitzung der CSU-Spitze kündigte Huber am Dienstag doch noch seinen Rücktritt an. Auf einem Parteitag am 25. Oktober soll Bundesagrarminister Seehofer zum Nachfolger gewählt werden und die CSU als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl führen.

Damit stiegen die Chancen des bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein, an der Spitze einer Koalitionsregierung im Amt zu bleiben. Der 62-jährige Huber sagte in einer kurzen Erklärung vor Journalisten, mit seinem Rücktritt auf dem Parteitag wolle er der Partei die Chance zu einem personellen Neubeginn geben. Mit ihm geht auch Generalsekretärin Christine Haderthauer, sie bleibt bis zur Ernennung eines Nachfolgers kommissarisch im Amt.

Seehofer, der nach dem Sturz von Parteichef Edmund Stoiber 2007 Huber im Kampf um den CSU-Vorsitz unterlegen war, erklärte sich sofort zur Nachfolge bereit. Er kandidiere, sagte der stellvertretende Parteichef in Berlin und sprach von einer "großen, verantwortungsvollen Aufgabe". Sein Ziel sei es, die CSU zu stabilisieren, auf die Anforderungen einer modernen Volkspartei einzustellen und verlorenes Terrain zurückzugewinnen.

Zu Becksteins Rolle äußert er sich nicht öffentlich. Dem scheidenden Parteichef Huber zollte Seehofer Respekt: Er habe in ungewöhnlich schwieriger Lage Verantwortung übernommen und "Großartiges geleistet". Die CSU-Spitze soll mit Seehofer auf der nächtlichen Krisensitzung vereinbart haben, dass Beckstein im Amt bleiben könne. "Das ist der Deal", hieß es aus Parteikreisen.

Beckstein dankte Huber für die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit in schwieriger Zeit, äußerte sich aber nicht zu Seehofers Kandidatur. Noch in dieser Woche werde er mit Seehofer, Huber und Fraktionschef Georg Schmid zusammen erste Sondierungsgespräche mit FDP und Freien Wählern aufnehmen, sagte Beckstein. Hauptziele einer Koalition müssten Vollbeschäftigung, schuldenfreier Haushalt, innere Sicherheit und das gegliederte Schulsystem sein.

Die Berliner CSU-Landesgruppe unterstützte Seehofers Kandidatur. Viele CSU-Bundestagsabgeordnete fordern, Seehofer solle auch das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen. Auch von der Jungen Union und aus Oberbayern, wo die CSU am Sonntag auf 39 Prozent abstürzte, kam der Ruf nach Ablösung des fränkischen Politikers.

Der Nürnberger CSU-Chef Markus Söder, der als ein möglicher Nachfolger gilt, sicherte Beckstein und Schmid volle Unterstützung zu. Die neue CSU-Landtagsfraktion soll am morgigen Mittwoch erstmals zusammentreten und am 27. Oktober den neuen Ministerpräsidenten wählen - also zwei Tage dem Parteitag.

Huber sagte, die CSU sei unter seiner Führung jünger und weiblicher geworden. Mit seinem Steuerkonzept "Mehr netto vom Brutto" habe er "Impulse gesetzt, die weit über meine Amtszeit wirken werden".

manager-magazin.de mit Material von afp, ap und dpa

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