Mercedes-Niederlassungen Jobgarantie statt Lohnplus

Für die rund 15.000 Beschäftigten der deutschen Niederlassungen von Mercedes-Benz sind bis 2018 die Arbeitsplätze sicher. Gewerkschaft und Unternehmen einigten sich auf eine Betriebsvereinbarung. Für die Beschäftigten hat das jedoch negative Folgen bei Lohn und Arbeitszeit.

Stuttgart - Das Management des Daimler-Konzerns  hat sich mit dem Betriebsrat auf ein Sparprogramm zur Standortsicherung seiner Mercedes-Benz-Niederlassungen geeinigt. Der Konzern verzichtet demnach bis zum Jahr 2018 auf betriebsbedingte Kündigungen für die 15.000 Beschäftigten, teilte eine Betriebsratssprecherin am Freitag in mit.

Im Gegenzug werden bei den Mitarbeitern der 34 konzerneigenen Niederlassungen 3 Prozent künftiger Tariferhöhungen einbehalten. Außerdem müssen die Beschäftigten an den 150 Standorten länger arbeiten. Die Regelung sieht ferner eine Standortgarantie für die Niederlassungen bis zum Jahr 2016 vor. Außerdem sicherte das Unternehmen zu, vor dem Jahr 2010 keine Niederlassungsbetriebe zu verkaufen, stillzulegen oder in rechtlich selbstständige Gesellschaften auszugliedern.

Rund 4000 Beschäftigte von Mercedes-Benz hatten zuvor nach Betriebsratsangaben am Freitag an mehreren Standorten gegen weitere Arbeitszeitflexibilisierungen protestiert. Allein im Stuttgarter Stadtteil Untertürkheim seien dazu 2000 Mitarbeiter zusammengekommen, sagte eine Sprecherin der Arbeitnehmervertretung. Ein Konzernsprecher sprach dagegen von lediglich 200 Teilnehmern an dem Standort.

Weitere Kundgebungen fanden in Mettingen sowie Sindelfingen statt, wo der Aufsichtsrat seit Donnerstag routinemäßig über die Strategie des Konzerns beriet, wie es aus Kreisen hieß. Daimler drohte laut Betriebsrat, die Produktion eines Doppelkupplungsgetriebes an einen externen Hersteller zu vergeben, falls der Vorstand künftig nicht freie Hand bei der Verteilung der Arbeitszeit bekommt. Im Falle einer Fremdvergabe könnten mehr als 200 Arbeitsplätze verloren gehen, befürchtenten die Arbeitnehmervertreter.

Von der Flexibilisierung wiederum wäre die Hälfte der knapp 20.000 Beschäftigten im Werk Untertürkheim betroffen. Die Pläne sehen laut Betriebsrat eine Schwankungsbreite der Arbeitszeit zwischen sechs und zehn Stunden täglich vor. Außerdem soll es möglich sein, je nach Produktionsprogramm bis zu 18 Schichten pro Woche zu fahren.

Das würde bedeuten, dass auch an Wochenenden gearbeitet werde, sagte die Betriebsratssprecherin. Bisher würden 15 Schichten gefahren. Das Doppelkupplungsgetriebe soll nach Angaben der Arbeitnehmervertretung ab 2010 produziert und in die A- und B-Klasse eingebaut werden. Der Konzernsprecher erklärte, Ziel sei es, mit den Arbeitnehmern schnellstmöglich eine Lösung zu finden und den Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa, reuters

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