Porsche 6000 Euro Sonderzahlung

Der Autohersteller Porsche zahlt seinen rund 9000 Beschäftigten einen Bonus von jeweils 6000 Euro. Im vergangenen Jahr lag die freiwillige Sonderzahlung bei 5200 Euro, dieses Jahr entfallen jedoch 1500 Euro auf den 60. Markengeburtstag. Der Streit mit VW geht dagegen unverdrossen weiter.

Stuttgart - Angesichts einer " außerordentlich positiven Geschäftsentwicklung" erhalten die Beschäftigten bei Porsche  in diesem Jahr eine Sonderzahlung von 6000 Euro. Sie werde Ende Oktober überwiesen, teilte Porsche am Freitag in Stuttgart mit.

Die "erfolgreichen Anstrengungen der Belegschaft zur Steigerung von Produktivität, Flexibilität und Qualität" müssen sich für sie auch lohnen. Im vergangenen Jahr hatte Porsche eine Erfolgsbeteiligung von 5200 Euro gezahlt, 2006 waren es 3800 Euro.

Die Sonderzahlung für das zum 31. Juli abgelaufene Geschäftsjahr setzt sich laut Unternehmen zusammen aus 3800 Euro aus dem Gewinn, 700 Euro aus den Einnahmen Porsches aus Finanzgeschäften und 1500 Euro Jubiläumszahlung zum 60. Markengeburtstag in diesem Jahr.

Porsche wird Presseberichten zufolge im Geschäftsjahr 2007/2008 dank seiner Beteiligung an Volkswagen und Geschäften mit Aktienoptionen erstmals mehr Gewinn als Umsatz machen.

Verhärtete Fronten im Dauerkonflikt mit VW

Im Dauerkonflikt zwischen VW  und Porsche um die Mitbestimmung bleiben die Fronten unterdessen verhärtet. Porsche- Betriebsratschef Uwe Hück forderte am Freitag seinen VW-Amtskollegen Bernd Osterloh zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Daraufhin antwortete dieser: "Wir würden ja gerne verhandeln. Porsche aber nicht." Es gehe um eine angemessene Beteiligung der VW-Beschäftigten. "Nicht um mehr. Aber auch nicht um weniger."

"Freund und Feind auseinanderhalten"

"Freund und Feind auseinanderhalten"

Hück sagte in Stuttgart, es könne nicht die Aufgabe der Vorstände beider Unternehmen sein, den Streit um die Mitbestimmung zu schlichten. "Allein wir Betriebsräte von Volkswagen und Porsche sind aufgefordert, gemeinsam mit der IG Metall eine Lösung zu finden. Nur wenn wir wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, können wir den Streit beilegen."

Ein für Mitte September angesetzter Friedensgipfel bei der IG Metall war wegen mangelnder Erfolgsaussichten kurzfristig abgesagt worden. Zuletzt hatten beiden Seiten darum gerungen, ob und wann die Mitbestimmungsvereinbarung durch VW oder andere künftige Teilkonzerne gekündigt werden kann.

Osterloh kritisierte, die "undemokratischen Kündigungsbedingungen", die neuerdings als Minderheitenschutz getarnt würden, seien laut Porsche-Vorstand und Betriebsrat nicht verhandelbar.

Der stellvertretende VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Wehlauer sagte: "Wir haben viel kleinere Marken als Porsche bei uns im Konzern. Die haben auch keinen Minderheitenschutz. Und sie brauchen auch keinen, weil sie in Auseinandersetzungen mit der Kapitalseite die Solidarität aller Arbeitnehmer in den Marken haben."

Vor den Arbeitnehmervertretern des VW-Konzerns müsse man sich nicht schützen. "Es sei denn, man kann Freund und Feind nicht auseinanderhalten."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, afp

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