Mittwoch, 23. Oktober 2019

J. P. Morgan Schnäppchenjäger in der Nacht

4. Teil: Wie J. P. Morgan Amerikas Macht schuf

Wie J. P. Morgan Amerikas Macht schuf

Die zu erwartenden Verluste aus der Übernahme von Bear Stearns, Washington Mutual und Beteiligungen an Fannie Mae Börsen-Chart zeigen und Freddie Mac Börsen-Chart zeigen dürften ebenfalls einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten. Doch Dimon, obwohl er lange zu den pessimistischsten Stimmen der Branche angesichts der Finanzkrise zählte, sieht seine Bank solide aufgestellt. Einmal mehr ist Masse im Privatkundengeschäft, verbunden mit einer strengen Kostenkontrolle, Trumpf.

Das Investmentgeschäft wie Aktien- und Anleihenhandel, Beratung bei Fusionen und Übernahmen oder die Begleitung von Börsengängen spielt eine untergeordnete Rolle im Konzern - obwohl er wegen seiner schieren Größe auch im Investmentbanking ganz vorn mitspielt und der Name J. P. Morgan sogar als Inbegriff der Investmentbank schlechthin gelten kann.

Der legendäre Bankgründer John Pierpont Morgan schuf nicht nur die Industrieriesen General Electric Börsen-Chart zeigen und US Steel Börsen-Chart zeigen, die für den Aufstieg Amerikas zur Wirtschaftsmacht stehen. Er versammelte 1907 New Yorker Banker und sorgte für die Schaffung eines Notfonds, um den damaligen Börsenkrach zu beenden. Auch in der Aktienrally der 20er Jahre, die der Weltwirtschaftskrise voranging, führte J. P. Morgan & Co. die Wall Street an.

Mit dem Glass-Steagall-Gesetz war damit 1935 Schluss: Geschäfts- und Investmentbanken wurden voneinander getrennt, auch J. P. Morgan musste sich entscheiden - und wählte das biedere, aber sichere Geschäft mit Spareinlagen. Die Lizenz zum Spekulieren bekam die ausgegliederte Bank Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen, die ebenfalls noch heute existiert - und sich mit 75 Jahren Verspätung nun ebenfalls für den Status einer Geschäftsbank entschieden hat.

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