Finanzkrise USA müssen sich selbst helfen

Die G7-Partnerländer der USA lehnen eine Beteiligung an dem US-Rettungspaket für Banken ab. Das sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück am Montag nach Gesprächen mit den Finanzministern und Notenbankchefs der sieben führenden Industrienationen.

Berlin - In den G7-Partnerländern gebe es eine andere Situation als in den USA, sagte Finanzminister Steinbrück am Montag nach telefonischen Konsultationen mit den anderen Finanzministern und Notenbankchefs. Daher planten sie wie auch Deutschland kein vergleichbares Programm. Steinbrück zufolge sehen die G7- Partnerstaaten aber in dem Rettungspaket der USA einen "sehr wichtigen Beitrag". Die Pläne von US-Finanzminister Henry Paulson müssten schnell umgesetzt werden.

Die US-Regierung will 700 Milliarden Dollar ausgeben wollen, um die Banken im eigenen Land zu stabilisieren und eine zweite Chaoswoche an den internationalen Finanzmärkten zu verhindern. Ein Gesetz, das den Aufkauf von wertlos gewordenen Hypotheken-Papieren ermöglicht, sollte bereits zur Börsenöffnung am Montag unter Dach und Fach sein.

Steinbrück mahnte die EU-Kommission indirekt, bei der Kontrolle möglicher Beihilfen für angeschlagene Banken flexibel zu sein. Die USA könnten bei solchen Aktionen deutlich flexibler handeln, während die Kommission immer alles billigen müsse.

Der Rettungsplan der US-Regierung ist umstritten. Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz etwa erklärte, kein privater Investor wolle diese Anlagen haben, "aber dem Steuerzahler drückt man sie auf. Das ist ungeheuerlich", sagte Stiglitz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Finanzkrise sei auch damit noch längst nicht ausgestanden. Die Krise sei "das Ende eines desaströsen Geschäftsmodells" sowie "das Ende der Ideologie, dass freie, deregulierte Märkte immer funktionieren". Amerikas Finanzsystem sowie die Regierung hätten ihre Glaubwürdigkeit verloren.

Auch bei deutschen Politikern stößt das US-Rettungspaket auf Skepsis. "Ich habe Zweifel, ob die Vorgehensweise dort die klügste ist", sagte Unions-Fraktionsvize Michael Meister (CDU) dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). Möglicherweise lege die US-Regierung mit dem 700-Milliarden-Dollar-Paket bereits ein Fundament für die nächste Krise, ähnlich wie die massiven Zinssenkungen der US-Notenbank nach dem 11. September 2001 den Keim für die heutigen Turbulenzen gelegt hätten.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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