Sonntag, 15. Dezember 2019

Postbank Ackermanns Avancen

2. Teil: "Ganz allgemein gesprochen"

"Ganz allgemein gesprochen"

Darauf hinweisend, nicht explizit den Fall Postbank zu meinen, sagte Ackermann, dass die Deutsche Bank generell zur Finanzierung einer Übernahme mittels einer Kapitalerhöhung bereit sei. Ebenso seien Minderheitsbeteiligungen generell denkbar - auch hier wieder der Hinweis, nur ganz allgemein zu sprechen. Zwar hätte man bei solchen Finanzinvestitionen nicht so starke Durchgriffsmöglichkeiten, aber halt auch wesentlich weniger finanzielles Risiko.

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Das Stichwort Risiko sei etwa beim Bieterverfahren für die Citibank entscheidend gewesen, die für die Deutsche Bank laut Ackermann durchaus "begehrenswert" war. "Wir haben vier Milliarden Euro geboten", sagte Ackermann. Den Zuschlag nicht bekommen zu haben, sehe er aber nicht als Niederlage. Man sei mit einer genauen Wertvorstellung als Bieter aufgetreten und wollte eine höhere Summe "nicht matchen".

Dass die Finanzkrise die Bankenkonsolidierung weltweit beschleunigen dürfte, sieht Ackermann als große Chance für die Deutsche Bank. Vom "Flight to Quality" habe die Deutsche Bank bereits profitiert und aufgrund der erfolgten Wettbewerbsbereinigung Marktanteile hinzugewonnen. Ackermann zählt damit die Deutsche Bank zu den gestärkt aus der Krise hervorgehenden Häusern, weil man es sich leisten könne, "Kurs zu halten".

Kein Wunder also, dass Ackermann, der bei der Deutschen Bank immerhin auch schon rund sieben Milliarden Euro Wertberichtigung vornehmen musste, der Finanzkrise auch ganz allgemein positive Seiten abgewinnen kann. So seien "Übertreibungen korrigiert" worden und viele Marktteilnehmer hätten jetzt begriffen, "was Globalisierung wirklich heißt".

Zu staatsmännisch wollte dann aber auch Ackermann nicht werden, und gab den Tagungsteilnehmern noch eine Binsenweisheit mit auf den Weg: "Wenn Sie keine Liquidität mehr haben, können Sie als Bank keine Sekunde überleben."

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