Münchener Rück Hoffen auf Preiserhöhungen

Der Rückversicherer Münchener Rück hofft wegen der Finanzkrise und höheren Schäden durch Naturkatastrophen auf baldige Preissteigerungen in der Branche. Das würde eine Trendwende bedeuten, nachdem in den vergangenen Jahren ein harter Wettbewerb und vergleichsweise geringe Schäden durch Wirbelstürme zu Preisnachlässen geführt haben.

München/Monte Carlo - Münchener-Rück-Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek sagte am Sonntag in Monte Carlo, der weltgrößte Rückversicherer sehe diese Trendumkehr positiv. Der Konzern werde Risiken weiter nur zu angemessenen Preisen absichern. Der Fokus liege klar auf der Rentabilität. Jeworrek hat immer wieder betont, notfalls auch Umsatzeinbußen hinzunehmen.

Rückversicherer übernehmen Risiken von Erstversicherern wie der Allianz. In Monte Carlo läutet die Branche im September traditionell die Neuverhandlung der Verträge ein. Bei der Münchener Rück  werden zum Jahreswechsel rund zwei Drittel der Kontrakte in der Schaden/Unfall-Rückversicherung erneuert.

Für eine Trendwende in der Rückversicherungsbranche sprechen Jeworrek zufolge mehrere Faktoren. So werde die Kapitalbasis aller Anbieter weltweit 2008 erstmals nach fünf Jahren wieder rückläufig sein. Die Gewinne der fünf größten Konzerne seien im ersten Halbjahr um mehr als ein Drittel eingebrochen. Eine billige Refinanzierung sei zudem mitten in der Finanzkrise schwierig. Auch seien zuletzt höhere Schäden angefallen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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