Frank-Walter Steinmeier Lange in Schröders Schatten

Frank-Walter Steinmeier weiß wohl genau, welcher schwere Gang vor ihm liegt. Als zehnter SPD-Kanzlerkandidat seit 1949 soll er seiner Partei in einer besonders schwierigen Lage zur Rückkehr in die Regierungszentrale verhelfen.

Berlin - Er selbst kennt sich dort bereits bestens aus. Von 1998 bis 2005 war der jetzt 52-Jährige einer der engsten Vertrauten von Kanzler Gerhard Schröder (SPD). Als Chef des Kanzleramts (seit Juli 1999) blieb er meist unauffällig im Hintergrund. Steinmeier, der mit einer Richterin verheiratet ist und eine Tochter hat, wirkte damals auch aktiv an der Reform-"Agenda 2010" mit. Diese verteidigt er bis heute energisch.

Der rasante Aufstieg des Tischlersohns aus Brakelsiep in Ostwestfalen vollzog sich lange im Schatten Schröders. Nach Wehrdienst, Jura-Studium und Promotion sowie einer längeren Tätigkeit an der Universität in Gießen wechselte er 1991 zu Schröder nach Hannover, wo er zuletzt die Staatskanzlei leitete.

Nach Schröders Abgang als Kanzler in Berlin wurde Steinmeier der zweite sozialdemokratische Außenminister seit 1949 nach Willy Brandt. Im November 2007 wurde er zudem Nachfolger von Franz Müntefering als Vize-Kanzler. Die in einem Untersuchungsausschuss des Bundestags von der Opposition erhobenen Vorwürfe, er habe es im Anti-Terrorkampf an der notwendigen Sorgfalt in Fragen der Menschenrechte fehlen lassen, hat er bislang unbeschadet überstanden.

Auf dem Hamburger SPD-Parteitag Ende Oktober 2007 wurde Steinmeier, der schon als Schüler bei den Jungsozialisten aktiv war, zu einem der drei stellvertretenden SPD-Vorsitzenden gewählt. Bei der Wahl 2009 will er erstmals für den Bundestag kandidieren. Er soll in Brandenburg auch die SPD-Landesliste anführen.

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manager-magazin.de mit Material von dpa

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