Bahn Fahrpreise rauf, Zuschlag am Schalter

Die Deutsche Bahn hat ihre bereits angekündigte Preiserhöhung beziffert. Im Durchschnitt müssen Bahn-Fahrer 3,9 Prozent mehr für Fahrscheine zahlen. Außerdem müssen Fahrgäste, die ihr Ticket am Schalter statt am Automaten lösen, einen Zuschlag bezahlen.

Berlin - Reisende der Deutschen Bahn müssen sich zum Jahresende auf kräftige Preissteigerungen einstellen. Die Fahrkarten für die zweite Klasse würden ab 14. Dezember durchschnittlich 3,9 Prozent teurer, kündigte Personenverkehrsvorstand Karl-Friedrich Rausch am Freitag in Berlin an. Grund dafür seien die stark gestiegenen Kosten für Energie und Personal.

"Wir können die Kombination aus explodierenden Energiepreisen und zweistellig gestiegenen Personalkosten infolge des jüngsten Tarifabschlusses allein durch Effizienzsteigerungen nicht mehr kompensieren", sagte Rausch. Er fügte hinzu: "Wir haben uns jedoch für einen moderaten Anstieg der Fahrpreise entschieden, um auch weiterhin attraktive, komfortable und umweltgerechte Mobilität für jedermann zu ermöglichen."

Ziehe man in Betracht, dass 81 Prozent aller DB-Fahrscheine im Regionalverkehr - im Fernverkehr sogar 89 Prozent - rabattiert seien, "fällt die Preiserhöhung für den größten Teil unserer Kunden gering aus", sagte Rausch. Unter dem Strich seien die Kostensteigerungen für Bahn-Fahrer deutlich niedriger als für Autofahrer oder Flugreisende.

2,50 Euro mehr für Tickets am Schalter

Die Preise für die Bahncard steigen den Angaben zufolge im Durchschnitt um 3,6 Prozent. Im Regionalverkehr verteuern sich die Ländertickets zum Fahrplanwechsel um einen Euro und das Schönes-Wochenende-Ticket um zwei Euro.

Außerdem weitet der Konzern die sogenannten Bedienzuschläge aus: Wer künftig am Schalter oder per Telefon eine Fahrkarte für den Fernverkehr kauft, muss zusätzlich 2,50 Euro zahlen. Damit solle auch der flächendeckende Erhalt von mehr als 400 Reisezentren der Bahn in Deutschland gesichert werden.

Behinderte Menschen, die besonders auf persönlichen Verkauf angewiesen seien, würden von der Zuschlagspflicht ausgenommen.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte die Anhebung bereits Mitte August angekündigt, die Höhe aber offen gelassen. Zuletzt waren die Fahrkarten im Nah- und Fernverkehr im Dezember 2007 im Schnitt um 2,9 Prozent teurer geworden - das war bereits die zweite Preiserhöhung im vergangenen Jahr.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ddp und dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.