Airbus 1000-Mann-Flieger für die Lufthansa

Nach dem Riesen-Airbus kommt der Super-Airbus: Lufthansa und Air France haben Interesse an einer Langversion der A380 angemeldet, erklärte EADS-Chef Louis Gallois in einem Interview. Die neue Maschine böte Platz für bis zu 1000 Passagiere.

Dresden/Paris - Die Deutsche Lufthansa  hat Interesse an einem "Super-Airbus" für 1000 Passagiere. Auch Air France-KLM  interessiere sich für eine solche verlängerte Version der A380, sagte der Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS , Louis Gallois, der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" am Freitag.

Die Langversion A380-900 des größten Passagierflugzeuges der Welt hat Airbus von Anfang an eingeplant. Sie könnte mit fast 80 Metern Länge rund 1000 Reisenden Platz bieten. Die bisherige Version ist für 850 Passagiere zugelassen und zählt in der Standardausfertigung 525 Plätze. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll aber erst 2010 entschieden werden, ob die Langversion tatsächlich gebaut wird.

Die A380 kam wegen Problemen bei der Fertigung mit deutlicher Verspätung 2007 auf den Markt. Gallois zeigte sich zuversichtlich, dass der Zeitplan der Auslieferungen jetzt eingehalten werden könne. Airbus hatte immer dem Hochfahren der Fertigung der A380 Vorrang vor der Entwicklung der Langversion gegeben.

Der EADS-Konzern will seine Elbe Flugzeugwerke in Dresden ausbauen, falls er im Wettstreit mit dem Rivalen Boeing um den milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der US-Luftwaffe siegt. "Wenn wir diesen Auftrag (für 179 Flugzeuge) gewinnen, dann müssen wir natürlich auch die Produktionskapazitäten hier in Dresden erhöhen, das wäre 2009", sagte Gallois am Donnerstag nach einem Treffen mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU). Der Tanker soll auf Basis der A330 gebaut werden.

Wie die Elbe Flugzeugwerke GmbH (EFW) anschließend erläuterte, solle eine "Anpassung" an die Produktion erfolgen. "Die erste A330 steht zur Tankereinrüstung schon zum jetzigen Zeitpunkt in einem unserer Hangars", sagte EFW-Geschäftsführer Andreas Sperl.

EFW ist auf die Umrüstung von Airbus-Passagier- in Frachtflugzeuge (A300- und A310-Großraumflugzeuge) spezialisiert und hat derzeit knapp 1150 Mitarbeiter. 2007 lag der Umsatz bei 225,2 Millionen Euro.

Sperl verwies auf das unlängst mit Airbus und zwei russischen Partnern gegründete Joint Venture zur Umrüstung der Airbus A320. Ab 2011 beginnt die Umrüstung der A320 in Dresden, ab 2015 erfolge dann ein Teil der Umrüstung in Russland.

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manager-magazin.de mit Material von dpa und afp

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