Hapag-Lloyd NOL dämpft die Erwartungen

Die Reederei NOL aus Singapur zeigt sich im Bieterwettbewerb um Hapag-Lloyd zögerlich. NOL-Chef Ronald Widdows warnte in einem Interview vor einem Markteinbruch der Schifffahrtsbranche. Dem Vernehmen nach sind weder NOL noch die Hamburger Bietergruppe bereit, den von Tui geforderten Preis zu zahlen.

Hamburg - Die singapurische Reederei Neptune Orient Lines (NOL)  hat angesichts der schwierigen Marktbedingungen Erwartungen auf ein endgültiges Gebot für den Konkurrenten Hapag-Lloyd erneut gedämpft. "Wir haben uns noch nicht entschieden, ob wir definitiv ein Angebot abgeben werden", bekräftigte NOL-Chef Ronald Widdows im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt" am Mittwoch.

"Der Markt geht gerade dramatisch runter, da wird es immer riskanter, ein integriertes Unternehmen wie Hapag-Lloyd zu kaufen", sagte Widdows. An der Strategie seines Konzerns, durch Zukäufe wachsen zu wollen, halte er aber fest: "Wenn wir nicht jetzt etwas kaufen, dann machen wir es eben später."

Der Zeitung zufolge will NOL bis Ende September endgültig über ein Gebot für die Reederei des Reise- und Schifffahrtskonzerns Tui  entscheiden. Im Oktober will Tui eine Entscheidung fällen. Im dem Bieterverfahren war NOL neben einem Hamburger Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne in die engere Wahl gekommen.

Widdows hatte jedoch bereits Anfang August betont, es sei noch offen, ob das Geschäft tatsächlich zustande komme. Auf einen Bieterkampf will sich Widdows nach eigenem Bekunden jedenfalls nicht einlassen: "Sollte das Konsortium um Klaus-Michael Kühne mehr bieten als wir, dann gewinnen sie halt", sagte der NOL-Chef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Mittwoch. "Kühne ist eh ein großer Auftraggeber für uns."

Tui hat Hapag-Lloyd auf Druck der Anteilseigner zum Verkauf gestellt. Kreisen zufolge will der in Hannover ansässige Konzern die Traditionsreederei aber nur abgeben, wenn er mehr als vier Milliarden Euro bekommt. Am Markt zirkulierten Gerüchte, die Gebote lägen nur bei 3,1 und 3,4 Milliarden Euro. Tui-Chef Michael Frenzel hat wiederholt angekündigt, er werde die Reederei nicht für zu wenig Geld abgeben.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp

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