USA Autokonzerne fordern Nothilfe

Die US-Autoindustrie ruft nach Vater Staat. General Motors, Ford und Chrysler verlangen laut Medienberichten bis zu 50 Milliarden Dollar an zinsgünstigen Krediten. Die sollen helfen, schnell sparsame Autos zu entwickeln und so die Industrie aus der Absatzkrise zu führen.

New York - Die verlustreichen US-Autobauer General Motors (GM) , Ford  und Chrysler wollen staatliche Hilfen in Milliardenhöhe haben. Die Konzerne erhoffen sich laut US-Medien zinsgünstige Kredite von bis zu 50 Milliarden Dollar (34 Milliarden Euro) zur schnelleren Entwicklung sparsamerer Autos.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Hersteller im Rahmen eines Energiegesetzes 25 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) zugesagt bekommen, die allerdings noch nicht gezahlt wurden. Die nun benötigte Summe gehe weit darüber hinaus, sagte ein GM-Sprecher dem Blatt. Mehreren anderen Medienberichten zufolge wollen die Hersteller 40 bis 50 Milliarden Dollar staatlich garantierte Kredite. Die Zinssätze könnten Insidern zufolge nur etwa halb so hoch sein, wie sie die Konzerne wegen ihrer Schieflage an den Finanzmärkten zahlen müssten.

"Die Zeit drängt wirklich, da ohne Kapital zu vernünftigen Zinsen der erreichte Fortschritt bei den neuen Autos zum Stillstand kommen könnte", sagte der GM-Sprecher dem "Wall Street Journal". Die beiden Präsidentschaftsbewerber Barack Obama und John McCain signalisierten grundsätzliche Unterstützung für Finanzhilfen. Allein der Opel-Mutterkonzern GM und Ford verzeichneten im vergangenen zweiten Quartal Verluste von zusammen mehr als 24 Milliarden Dollar. Beide hatten zuletzt sogar Insolvenzgerüchte dementieren müssen.

Angesichts der Kreditkrise und rekordhoher Spritpreise steuert der US-Automarkt weiter auf ein 15-Jahres-Tief zu. Der Marktforscher J. D. Power rechnet für den August mit etwa 1,21 Millionen verkauften Wagen, was auf das Gesamtjahr hochgerechnet und saisonal bereinigt 13,4 Millionen Stück entspräche. Im ebenfalls bereits rückläufigen Vorjahr hatte die Branche noch 16,2 Millionen Autos verkauft.

J. D. Power sagt für alle großen Hersteller bis auf Nissan  einen Absatzrückgang voraus. Am stärksten wären die großen US-Hersteller (GM), Ford und Chrysler mit einem Minus von 24 Prozent bis 30 Prozent betroffen, während bei Toyota  ein Rückgang um 13 Prozent erwartet wird.

Im Vergleich zum Juli, als die Absatzzahlen so tief wie seit 16 Jahren nicht mehr lagen, würden die Verkäufe nur leicht anziehen. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet würden somit 13,4 Millionen Fahrzeugen abgesetzt. Positive Effekte erwarten die Forscher von General Motors, das anlässlich seines 100-jährigen Firmenjubiläums Rabatte auf zahlreiche Fahrzeuge anbietet.

GM leidet wie seine Konkurrenten Ford und Chrysler besonders unter der geringen Nachfrage nach schweren Pick-Ups und Geländewagen. Sie ist als Reaktion auf steigende Benzinpreise und die Hypothekenkrise eingebrochen. Jedoch sehen die Experten auch erste Anzeichen der Entspannung. Da die US-Autobauer bald neue Modelle auf den Markt brächten, sehe die Lage nicht mehr so düster aus wie noch im Juli, erklärte J.-D.-Powers-Chefvolkswirt Bob Schnorbus.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dow jones, reuters

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