Übernahmekampf MLP sieht sich als Sieger

Der Finanzvertrieb MLP wähnt sich auf der sicheren Seite. Der Versuch einer feindlichen Übernahme von Swiss Life und AWD sei abgewehrt, erklärte MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg. Drei Finanzkonzerne hatten sich an einer Kapitalerhöhung beteiligt und so den Swiss-Life-Anteil unter 25 Prozent gedrückt.

Düsseldorf - MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg hält den Übernahmeversuch durch den Schweizer Versicherer Swiss Life  für gescheitert. "Unsere Kapitalerhöhung war eine klare Botschaft, mit der alles gesagt ist", sagte der Chef des Finanzvertriebs dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). "Die Unabhängigkeit gehört zum Wertvollsten, was MLP besitzt und die werden wir uns von niemandem nehmen lassen."

Ein weiterer Übernahmekampf wäre hoffnungslos. Dies sei auch deswegen unwahrscheinlich, weil die Schweizer sich dadurch weiter den Markt verderben würden. Schon jetzt würden MLP-Berater Swiss-Life-Produkte nicht mehr anfassen. "Kein Unternehmen kann gegen einen Vertrieb agieren - erst recht nicht gegen einen, der so aufgestellt ist wie wir. Jede Einflussnahme wird von unseren Beratern sofort sanktioniert", sagte Schroeder-Wildberg.

MLP  hatte in der vergangenen Woche durch eine Kapitalerhöhung den Schweizer Versicherer Swiss Life und den zu ihr gehörenden MLP-Konkurrenten AWD , der den deutschen Finanzdienstleister feindlich übernehmen wollte, vorläufig ausmanövriert. Die Beteiligung von Swiss Life und AWD fiel darauf unter die Sperrminorität von 25 Prozent. MLP nahm durch die Kapitalerhöhung, die die Versicherer Allianz , Axa  und die Bank HBOS  finanziert haben, 120 Millionen Euro ein. Das Geld solle jetzt für Zukäufe ausgegeben werden, kündigte Schroeder-Wildberg an.

Der MLP-Vorstandsvorsitzende kritisierte, dass AWD-Chef Carsten Maschmeyer 27 Prozent an MLP gekauft hat, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfuhr. "Meldeschwellen sind da, um Transparenz am Finanzmarkt zu schaffen. Aber offensichtlich gibt es genügend Schlupflöcher, sie zu umgehen. In diesem Fall jedenfalls wurden sie konsequent verletzt", sagte Schroeder-Wildberg.

"Das Ganze ist ein grundsätzliches Problem für den Finanzplatz Deutschland: Es muss höhere Sanktionen geben, wenn so etwas passiert", forderte Schroeder-Wildberg auch mit Blick auf den Übernahmekampf um den Autozulieferer Continental . "Wer unangemeldet auftaucht, sollte sein Stimmrecht für einen spürbaren Zeitraum verlieren. Die gesetzlich festgelegten Meldegrenzen sind doch nicht zum Vergnügen da."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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