Airlines Fusionsspiel mit vier Partnern

Eine Allianz gegen Air Berlin formiert sich. Die Lufthansa plant laut einem Pressebericht, die Fluggesellschaft Eurowings in ein Viererbündnis mit Germanwings, Tuifly und Condor einzubringen. Sollte der Plan scheitern, könnte der Lufthansa ungewollt die Eurowings-Mehrheit zufallen.

Hamburg - Der Gips-Unternehmer Albrecht Knauf will seine Beteiligung an der Regionalfluggesellschaft Eurowings einem Bericht des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL zufolge an den Miteigner Lufthansa  verkaufen. Knauf, der mit 51 Prozent formal die Mehrheit an Eurowings hält, wolle seine Anteile bis Ende September abgeben, berichtete das Nachrichtenmagazin ohne Angabe von Quellen.

Damit könne Eurowings als vierte Fluggesellschaft in das geplante Bündnis der Lufthansa-Tochter Germanwings mit dem defizitären Tui-Billigflieger Tuifly und der Thomas-Cook-Chartergesellschaft Condor einbezogen werden, über das seit Wochen ohne Ergebnis verhandelt wird. Berater von Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hätten dafür ein Konzept ausgearbeitet, berichtete DER SPIEGEL am Samstag vorab.

Danach sollen alle vier Fluggesellschaften in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden, an dem Lufthansa, Tui  und die Arcandor-Tochter  Thomas Cook zu je einem Drittel beteiligt sind. Die Lufthansa will verhindern, dass ihr die Mehrheit an Eurowings zufällt, weil deren Beschäftigte sonst nach den meist höheren Lufthansa-Tarifen bezahlt werden müssten. Das wirtschaftliche Risiko von Eurowings solle nach den Plänen aber über eine Nebenvereinbarung allein die Lufthansa tragen. Wenn alles nach Plan laufe, könne die Fusion Ende des Jahres besiegelt sein. Lufthansa und Tui wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die Übernahme von Condor durch den Lufthansa-Rivalen Air Berlin  war am Widerstand des Kartellamts und an der wirtschaftlichen Lage der Branche gescheitert. Danach waren die Pläne für ein Dreierbündnis aus Tuifly, Condor und Germanwings neu auf den Tisch gekommen. Tui und Lufthansa verhandeln seit fast einem Jahr über eine Fusion von Tuifly und Germanwings. Ursprünglich sollten Tui und Lufthansa je 40 Prozent und der Dortmunder Unternehmer Knauf 20 Prozent an einer fusionierten Firma halten.

Die Gespräche verlaufen allerdings auch unter Einbeziehung von Condor schleppend, wie mehrere mit der Situation vertraute Personen Reuters kürzlich gesagt hatten. Als Alternative sei nun ein Zusammengehen von Germanwings mit Condor denkbar, an der Lufthansa noch rund 25 Prozent hält. Ein Dreierbündnis könnte auch auf erneuten Widerstand der Wettbewerbshüter stoßen. Eine Fusion von Germanwings und Condor könnte auf mehr Zuspruch stoßen, da sich deren Flugstrecken kaum überschneiden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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