Mittwoch, 18. September 2019

Auswanderung Deutsche kehren Heimat den Rücken

In diesem Jahr werden womöglich so viel Deutsche ihre Heimat verlassen wie seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr. Damit setzt sich ein für Wirtschaft und Gesellschaft gefährlicher Trend fort.

Wiesbaden - Deutschland steuert in diesem Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes möglicherweise auf einen neuen Rekord an Auswanderern zu. In den ersten beiden Monaten des Jahres hätten rund 26.400 Deutsche ihrer Heimat den Rücken gekehrt - rund 9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, sagte ein Sprecher der Statistikbehörde am Freitag in Wiesbaden. Für die Monate März bis August 2008 lägen noch keine Ergebnisse vor.

Auswanderer: Ab in die Ferne, zum Beispiel nach Texas
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Zahl der Auswanderer ein Rekordhoch erreicht. Demnach hatten 2007 insgesamt 161.100 Deutsche ihre Heimat verlassen, ein Plus von knapp 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut einer Studie des Prognose-Instituts aus dem Juni sind vor allem bei Führungskräften bessere Berufs- und Einkommenschancen Hauptmotiv für die Auswanderung.

Für die Volkswirtschaft gilt der Trend als gefährlich, weil zumeist junge und gut qualifizierte Berufstätiges das Weite suchen. Die fehlen dann als Beitragszahler in den staatlichen Sicherungssystemen.

Hauptzielländer waren zuletzt die Schweiz (20.000 Personen), die USA (14.000) sowie Polen und Österreich (je 10.000). Während Umzüge in die Schweiz, Österreich und die USA meist tatsächlich als Auswanderungen gelten können, handelt es sich bei Ländern wie Polen oft in Wirklichkeit um Heimkehrer. Man müsse davon ausgehen, dass dies größtenteils osteuropäische Aussiedler seien, die zeitweise in Deutschland gelebt hätten, um ihre deutsche Staatsangehörigkeit zu sichern.

manager-magazin.de mit Material von afp

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