MLP Erste Giftpille für Swiss Life

Der Finanzdienstleister MLP wehrt sich gegen eine feindliche Übernahme durch Swiss Life und dessen neuen Partner Carsten Maschmeyer. Erste Giftpille ist eine Kapitalerhöhung über 123 Millionen Euro. Mehrere große Versicherer haben gezeichnet.

Wiesloch - Der Finanzdienstleister MLP  hat sich bei verschiedenen Versicherern über eine Kapitalerhöhung frisches Geld besorgt. Gegen Bareinlagen in Höhe von über 123 Millionen Euro seien 9,8 Millionen neue Stammaktien aus genehmigtem Kapital ausgegeben worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Wiesloch mit. Damit erhöhe sich die Zahl der MLP-Stammaktien um knapp zehn Prozent auf insgesamt 107.790.676.

"Damit ist eine feindliche Übernahme durch Swiss Life ausgeschlossen", hieß es im Unternehmen. Zuletzt war Swiss Life beim deutschen AWD-Konkurrenten MLP unter maßgeblicher Mitwirkung von Carsten Maschmeyer, Chef bei AWD , eingestiegen und hatte zur Irritation von dessen Management eine Sperrminorität erworben. MLP fürchtet mit dem Versicherungskonzern als Großaktionär um seine Unabhängigkeit als Finanzberater. Zugleich hatte es geheißen, Maschmeyer steige mit drei Prozent bei Swiss Life ein.

MLP hat mit der jüngsten Barkapitalerhöhung den Einfluss des Großaktionärs Swiss Life nach eigenen Angaben auf unter 25 Prozent gedrückt. Swiss Life hält damit keine Sperrminorität mehr, wie MLP mitteilte.

"Durch die eingenommenen Barmittel stärken wir unsere Position nochmals deutlich, um aktiv an der gegenwärtigen Konsolidierung in der Finanzdienstleistungsbranche teilnehmen zu können", wird Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg in einer Pressemitteilung zitiert. "Außerdem sichern wir durch diesen gemeinsamen Schritt von MLP und bedeutenden Produktpartnern dauerhaft das Geschäftsmodell des unabhängigen Beratungshauses."

Die neuen Aktien seien über eine beschleunigte Platzierung zu jeweils 46 Prozent durch die Allianz Lebensversicherung AG  und die Axa Lebensversicherung AG  gezeichnet worden. Die Uberior Ena, ein Unternehmen der britischen HBOS-Gruppe , habe acht Prozent der neuen Papiere gezeichnet. Die Allianz Leben stocke ihren Anteil auf 7 Prozent auf, Axa halte nun 3 Prozent des Kapitals.

Damit würden 41 Prozent des Kapitals die MLP-Führung unterstützen, heißt es in Unternehmenskreisen. Zudem habe MLP auch noch andere Aktionäre auf seiner Seite, die das Geschäftsmodell als unabhängiger Makler unterstützten. Die MLP-Aktie gab in einer ersten Reaktion um etwa 2 Prozent nach.

Swiss Life sieht seine Strategie durch die Kapitalerhöhung des deutschen Finanzdienstleisters MLP nicht gefährdet. "Für uns ändert sich damit nichts. Mit einer Beteiligung von 97 Prozent an AWD und einer strategischen Beteiligung an MLP verfügen wir über eine starke Stellung im Bereich der unabhängigen Finanzberatung und wollen in der Konsolidierung der Branche eine aktive Rolle spielen", sagte Swiss-Life-Sprecher Andreas Hildenbrand am Donnerstag.Das erfolgreiche Geschäftsmodell von MLP in der unabhängigen Finanzberatung mit verschiedenen Produktpartnern sei richtig, sagte Hildenbrand weiter.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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