Daimler Zetsches Krisenpläne

Daimler-Chef Dieter Zetsche will die Marke Mercedes zur Nummer eins in umweltschonender Autotechnik machen. Doch den Rückstand aufzuholen, das kostet Geld. Nach Informationen von manager magazin diskutiert der Vorstand bereits über ein Sparprogramm, eine weitere Option ist ein Börsengang der Nutzfahrzeugsparte.

Hamburg - Der Automobilkonzern Daimler AG steht möglicherweise vor einem neuerlichen Personalabbau. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (22. August) im Handel erhältlich ist. Der Personalabbau wäre Teil eines Sparprogramms, über das der Vorstand aktuell diskutiert. Er würde vor allem Mitarbeiter der Konzernzentrale betreffen, so das Szenario.

Daimler-Chef Dieter Zetsche überarbeitet derzeit die Strategie des Konzerns. Am 25. und 26. September will er seine Pläne dem Aufsichtsrat präsentieren.

Zetsche hat intern das Ziel ausgegeben, die Marke Mercedes zur Nummer eins in automobiler Umwelttechnik zu machen. Dazu will er mehr Geld als bislang in die Entwicklung neuer Antriebstechniken investieren. Das neuerliche Sparprogramm soll helfen, diese zusätzlichen Milliardenausgaben zu finanzieren. Zuletzt hatte Zetsche 2006 angekündigt, 6000 Stellen in der Verwaltung zu streichen.

Auch ein Börsengang der Nutzfahrzeugsparte gehört zu den aktuell diskutierten Szenarien. Die Befürworter des Plans wollen einen Teil des Truckgeschäfts an der Börse verkaufen und so den Aktienkurs des Konzerns steigern. Finanzexperten schätzen den Wert der gesamten Sparte auf 16 Milliarden Euro.

Der Kurs der Daimler-Aktie  hat sich seit Oktober 2007 fast halbiert. Der Vorstand fürchtet mittlerweile einen Übernahmeversuch. Daimler-Chef Zetsche traf sich deshalb jüngst mit Vertretern des schwedischen Fonds Cevian. Die Skandinavier hatten zuletzt Daimler-Anteile aufgekauft und gehören inzwischen zu den größeren Aktionären des Automobilkonzerns.

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