Baubranche Hochtief droht Zerschlagung

Dem Essener Hochtief-Konzern droht die Filetierung durch seine eigenen Großaktionäre. Der spanische Anteilseigner ACS könnte durch den Deal seine Abhängigkeit vom krisengeschüttelten Heimatmarkt verringern. Auch der russische Großaktionär Oleg Deripaska ist in das Planspiel einbezogen.

Hamburg - Der Anstoß zu einer Übernahme und anschließender Zerschlagung von Hochtief  könnte vom größten spanischen Baukonzern ACS kommen, der knapp 30 Prozent der Aktien hält. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (22. August) im Handel erhältlich ist.

Die übrigen 70 Prozent, die an der Börse derzeit mit etwa 2,5 Milliarden Euro bewertet sind, könnte ACS problemlos aus eigener Kraft finanzieren.

Der Konzern hat durch den kürzlich erfolgten Verkauf seiner 45-Prozent-Beteiligung am spanischen Versorger Unión Fenosa  eine mit 7,58 Milliarden Euro üppig gefüllte Kriegskasse.

ACS versucht seine Abhängigkeit vom spanischen Heimatmarkt zu reduzieren, der derzeit vom Ende des Immobilienbooms der vergangenen Jahre erschüttert wird. Die Spanier interessieren sich deshalb vor allem für die Hochtief-Tochterunternehmen Turner und Leighton, bei denen das amerikanische bzw. das australische und asiatische Geschäft gebündelt sind. Dadurch würde der Umsatzanteil des heimischen Marktes von derzeit 80 auf rund 45 Prozent sinken.

Die übrigen Konzernteile, unter anderem das Geschäft mit der Verwaltung von Flughäfen sowie das unter Hochtief Construction zusammengefasste klassische europäische Baugeschäft, sollen den Planspielen zufolge an den zweiten Hochtief-Großaktionär Oleg Deripaska gehen, der derzeit 10 Prozent der Hochtief Anteile hält.

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